
Alle Möglichkeiten anzeigen
Kurzantwort: Ein Hausnotruf kostet ohne Pflegegrad 25 bis 50 Euro monatlich. Mit Pflegegrad zahlt die Pflegekasse nach § 40 SGB XI monatlich 27 Euro (seit 1. April 2026). Eine Anschlussgebühr sieht der Vertrag der Pflegekassen nicht vor, der Anschluss ist mit der Monatsvergütung abgegolten. Wählt man einen im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter, zahlt man für die Grundversorgung nichts dazu.
- Pflegekasse zahlt: 27 € im Monat, ab Pflegegrad 1, Anschluss inklusive
- Eigenanteil Grundversorgung: 0 € bei Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis
- Ohne Pflegegrad: 25 bis 50 € im Monat selbst
- GPS-/Mobilnotruf: 5 bis 20 € Aufpreis, Kasse zahlt weiterhin nur 27 €
- Versteckte Kosten: Sturzsensor, Schlüsselservice, lange Mindestlaufzeiten
Hausnotruf-Kosten im Überblick: die 4 Bestandteile
Die Kosten eines Hausnotrufs setzen sich aus bis zu vier Bestandteilen zusammen. Nicht alle fallen bei jedem Vertrag an, aber man sollte alle kennen, bevor man unterschreibt.
| Kostenbestandteil | Typischer Betrag | Wer zahlt (mit PG) | Wer zahlt (ohne PG) |
|---|---|---|---|
| Anschluss (einmalig) | 10 bis 49 € ohne Pflegegrad | Kasse, in den 27 € enthalten | Selbst (vollständig) |
| Monatliche Grundgebühr | 25 bis 50 € im Monat | Kasse (27 €) | Selbst (vollständig) |
| Service-Optionen | +5 bis 20 € im Monat | Selbst (Eigenanteil) | Selbst (vollständig) |
| Notruf-Auslösung | meist in der Grundgebühr enthalten | entfällt | entfällt |
PG = Pflegegrad. Alle Beträge Richtwerte, individuelle Angebote können abweichen. Kassenleistung gilt für Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands.
Die Notruf-Auslösung selbst, also wenn der Knopf gedrückt wird, ist bei seriösen Anbietern in der Grundgebühr enthalten und kostet nichts extra. Ausnahme: Einige günstige Discounter-Tarife berechnen pro Notruf-Einsatz. Das sollte man im Kleingedruckten prüfen.
Mit Pflegegrad: 27 € im Monat von der Pflegekasse
Die rechtliche Grundlage ist § 40 SGB XI. Der Hausnotruf gilt als technisches Pflegehilfsmittel, nicht als Medizinprodukt. Das bedeutet: Die Pflegekasse zahlt, nicht die Krankenkasse. Und man braucht keine ärztliche Verordnung.
Voraussetzungen für den Kassenzuschuss
- Pflegegrad 1 bis 5, Pflegegrad 1 reicht aus, kein höherer Grad nötig
- Alleinlebend oder Notrufbedarf, klassisch: man lebt allein. Auch anerkannt: tagsüber länger allein, hohes Sturzrisiko, chronische Erkrankungen
- Häusliche Pflege, der Hausnotruf wird zu Hause genutzt (kein Pflegeheim)
- Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis, ohne Listung kann ein Eigenanteil entstehen
Was die Kasse genau zahlt
| Leistung | Kassenleistung 2026 | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Monatliche Grundgebühr | 27 € | § 40 SGB XI, HMV PG 52 |
| Eigenanteil (Grundversorgung) | 0 € | Bei Anbieter mit Versorgungsvertrag |
| Jahressumme Zuschuss | 324 € | 27 € × 12 |
Den vollständigen Antragsprozess, inklusive Formulare, Fristen und was Pflegekassen häufig ablehnen, erklärt unser Ratgeber Hausnotruf Zuschuss 2026. Dort auch: was die Krankenkasse in Ausnahmefällen zusätzlich zahlt.
Wichtig: Pflegegrad 1 reicht für den Hausnotruf-Zuschuss aus, obwohl Pflegegrad 1 bei vielen anderen Pflegekassen-Leistungen ausgeschlossen ist. Was bei Pflegegrad 1 sonst noch drin ist, erklärt unser Ratgeber Pflegegrad 1 Leistungen 2026.
Ohne Pflegegrad: Was Sie selbst tragen
Ohne Pflegegrad gibt es keinen Kassenzuschuss. Man zahlt die volle Grundgebühr selbst, und hat dafür freie Anbieterwahl ohne Antragsweg.
| Kostenart | Typischer Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Grundgebühr monatlich | 25 bis 50 € | Wohlfahrtsverbände oft günstiger |
| Anschlussgebühr (einmalig) | 10 bis 50 € | Manche Anbieter: 0 € |
| Jahreskostenschätzung | 310 bis 650 € | Inkl. einmaliger Anschluss |
Wer keinen Pflegegrad hat, aber über 60 ist oder sich unsicher fühlt: Es lohnt sich, einen Pflegegrad zu beantragen. Schon Pflegegrad 1 kostet nichts, bringt aber den monatlichen Zuschuss. Der Antrag läuft über die Pflegekasse und dauert in der Regel 4 bis 6 Wochen.
Versteckte Kosten: wo Anbieter abrechnen
Der monatliche Grundpreis ist nicht das Ende der Rechnung. Diese Zusatzposten tauchen in Angeboten auf, und werden im Erstgespräch oft nicht proaktiv erwähnt.
Anschlussgebühr: nur ohne Pflegegrad
Ohne Pflegegrad verlangen viele Anbieter einmalig 10 bis 49 Euro für Anschluss oder Installation. Mit Pflegegrad ist das anders. Der Vertrag der Pflegekassen sieht keine Anschlussgebühr vor, der Anschluss ist mit der Monatsvergütung abgegolten. Der Anbieter darf ihn Ihnen nicht gesondert berechnen, so steht es in § 3 Abs. 5 des Vertrags.
Service-Aufschläge: Sturzsensor und GPS
Zusatzgeräte erhöhen den Monatspreis deutlich:
- Sturzsensor (automatische Sturzerkennung): +5 bis 15 € im Monat
- GPS-Mobilnotruf (für draußen): +10 bis 20 € im Monat
- Schlüsselservice (Schlüsseldepot beim Anbieter): +5 bis 15 € im Monat
- Täglicher Kontrollruf (Anruf zum Wohlbefinden): +10 bis 20 € im Monat
Die Pflegekasse übernimmt diese Aufschläge nicht, sie zahlt maximal 27 € für die Grundversorgung. Alles darüber ist Eigenanteil. Ein Hausnotruf-Anbietervergleich 2026 hilft, Pakete gezielt zu vergleichen.
Notruf-Auslösung: meist in der Grundgebühr enthalten
Bei seriösen Anbietern ist die Notruf-Auslösung in der Grundgebühr enthalten. Einige Discounter-Tarife berechnen einen Betrag pro ausgelöstem Einsatz, das muss im Vertrag explizit geprüft werden.
Kündigungs-Klauseln: Mindestlaufzeiten beachten
Viele Verträge haben eine Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Danach ist meist eine monatliche Kündigung möglich. Wer einen günstigeren Anbieter findet oder umzieht, kann dann problemlos wechseln. Achtung: Manche Anbieter verlängern automatisch um ein Jahr, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird.
Mehr zu Pflegegrad 1 und dem Hausnotruf im Ratgeber Hausnotruf bei Pflegegrad 1.
3 Spar-Tipps
1. Wechsel-Hebel nutzen
Wer bereits einen Hausnotruf hat und einen günstigeren Anbieter findet, kann nach Ablauf der Mindestlaufzeit wechseln. Wichtig: Der neue Anbieter muss einen Versorgungsvertrag mit der eigenen Pflegekasse haben, sonst entsteht ein Eigenanteil. Das prüft die Pflegekasse vorab auf Anfrage.
2. Pflegekasse-Antrag rechtzeitig stellen
Den Zuschuss gibt es nicht rückwirkend. Wer den Antrag im Januar stellt, spart ab Februar, wer ihn im Dezember stellt, spart erst ab Januar. Stellen Sie den Antrag deshalb, sobald der Hausnotruf gebraucht wird. Den genauen Antragsweg erklärt unser Ratgeber Hausnotruf Zuschuss Pflegekasse 2026.
3. Caritas, DRK, Malteser statt Premium-Anbieter
Wohlfahrtsverbände sind bei der Grundversorgung meist günstiger oder preisgleich mit der Kassenleistung, ohne teure Markenaufschläge. Private Anbieter haben oft modernere Geräte und Apps, aber das spielt für die eigentliche Notrufffunktion keine Rolle. Wer keinen GPS-Notruf braucht, fährt mit Wohlfahrtsverbänden meist am günstigsten.
Häufige Fragen zu Hausnotruf-Kosten 2026
Was kostet ein Hausnotruf monatlich ohne Pflegegrad?
25 bis 50 Euro monatlich, je nach Anbieter. Dazu einmalig 10 bis 50 Euro Anschlussgebühr. Wohlfahrtsverbände liegen meist am unteren Ende. Ohne Pflegegrad kein Kassenzuschuss, aber auch keine Genehmigungspflicht.
Zahlt die Pflegekasse bei Pflegegrad 1?
Ja. Pflegegrad 1 reicht für den Zuschuss nach § 40 SGB XI aus. Die Pflegekasse zahlt 27 € monatlich, der Anschluss ist darin enthalten. Das ist eine der wenigen Pflegekassen-Leistungen, die schon bei Pflegegrad 1 greifen.
Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse beim Hausnotruf?
Die Pflegekasse zahlt den monatlichen Grundbetrag von 27 € direkt an den Anbieter. Die Installation ist darin enthalten, eine Anschlussgebühr sieht der Vertrag der Pflegekassen nicht vor. Zusatzleistungen wie Sturzsensor, Schlüsselservice oder GPS-Mobilnotruf werden nicht übernommen.
Wie hoch ist der Eigenanteil beim Hausnotruf?
Bei einem im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter: 0 € für die Grundversorgung. Wählt man einen Anbieter ohne Versorgungsvertrag oder bucht Zusatzleistungen, entsteht ein Eigenanteil von 5 bis 25 € monatlich.
Kann ich den Hausnotruf-Anbieter wechseln?
Ja. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit mit monatlicher Kündigung. Der neue Anbieter sollte einen Versorgungsvertrag mit der eigenen Pflegekasse haben. Der Kassenzuschuss läuft nahtlos beim neuen Anbieter weiter.
Was kostet GPS-Hausnotruf?
GPS-/Mobilnotruf kostet monatlich 35 bis 70 € gesamt. Die Pflegekasse übernimmt davon maximal 27 € (Hausnotruf-Grundleistung). Der Aufpreis von 10 bis 20 € ist Eigenanteil. Ob GPS nötig ist, hängt davon ab, ob man regelmäßig außer Haus unterwegs ist.
Gibt es Hausnotruf ohne eigene Kosten?
Mit Pflegegrad und passendem Anbieter zahlen Sie für die Grundversorgung nichts dazu, die Pflegekasse zahlt direkt an den Anbieter. Ohne Pflegegrad tragen Sie die Kosten selbst.
Zusammenfassung
Die Kosten für einen Hausnotruf sind mit Pflegegrad für die meisten Menschen minimal oder null. 27 € monatlich zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1 direkt an den Anbieter, 324 € im Jahr. Die Installation ist darin enthalten. Bei einem im Hilfsmittelverzeichnis gelisteten Anbieter bleibt kein Eigenanteil.
Teure Überraschungen kommen durch Zusatzleistungen (Sturzsensor, GPS, Schlüsselservice) und lange Mindestlaufzeiten. Wer nur die Grundversorgung braucht und bei einem Wohlfahrtsverband abschließt, fährt am günstigsten. Wer noch keinen Pflegegrad hat, sollte ihn beantragen, schon Pflegegrad 1 reicht für den vollen Zuschuss.
Quellen und Hinweise
- GKV-Spitzenverband, Hausnotrufvertrag AC/TK 19/00/452, § 3 Abs. 5 und Anlage 1, gültig seit 01.04.2026
- § 40 SGB XI, Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
- Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands, Produktgruppe 52, Notrufsysteme
- § 40 SGB XI, Gesetzestext
- GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis
- Bundesministerium für Gesundheit, Pflegeleistungen im Überblick
Alle Angaben wurden im Juli 2026 recherchiert und geprüft. Die Euro-Beträge gelten nach aktuellem Stand des Hilfsmittelverzeichnisses und können sich ändern. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Ihre Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.




