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Ratgeber Haus­notruf

Mobiler Haus­notruf mit GPS 2026: Notruf auch unterwegs

Ein klas­si­scher Haus­notruf funk­tio­niert nur in der Wohnung, maximal 50 bis 100 Meter Reich­weite. Mobile GPS-Geräte funk­tio­nieren überall: beim Spazier­gang, im Garten, beim Einkauf. Der Haken: Die Pflege­kasse erstattet nur das Stan­dard­gerät mit 27 € im Monat (seit 1. April 2026). Den GPS-Aufpreis von 10 bis 25 € zahlt man selbst, ob sich das lohnt, hängt vom Alltag ab.
Von der Pflege­kompass-Redaktion, geprüft von Daniel Lepper, Pflege­fach­kraft außer­kli­ni­sche Inten­siv­pflege
Aktu­a­li­siert am 13.07.2026, Lesezeit 11 Minuten
Seniorin beim Spaziergang im Park mit GPS-Hausnotruf-Armband am Handgelenk
Mobiler Hausnotruf mit GPS: Sicherheit auch beim Spaziergang, Quelle: PflegekompassSymbolbild, mit KI erstellt
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Ich gehe regelmäßig allein raus: Klar empfohlen. Aufpreis 10 bis 25 € im Monat zum Standardgerät.
Die Pflegekasse erstattet trotzdem nur 27 € im Monat, das gilt für den klassischen Hausnotruf-Anteil. Den GPS-Aufpreis tragen Sie selbst. Für aktive ältere Menschen, die regelmäßig spazieren, einkaufen oder Ausflüge machen, ist das gut investiertes Geld: Im Notfall draußen können Minuten entscheiden.
Anbieter mit mobilen Geräten vergleichen →
Ich bin meist zuhause: Klassischer Hausnotruf reicht. GPS-Aufpreis nicht nötig.
Wer den Großteil der Zeit in der Wohnung verbringt, zahlt für mobilen GPS-Notruf 10 bis 25 € im Monat mehr, ohne echten Mehrwert. Ein klassisches Gerät mit Basisstation deckt die Wohnung und ein kleines Umfeld (bis ca. 100 m) vollständig ab. Spar das Geld.
Hausnotruf-Kosten im Überblick →
Demenz / Weglauftendenz: GPS dringend empfohlen: plus Geofencing-Funktion prüfen.
Bei Demenz mit Weglauftendenz ist mobiler GPS-Notruf keine Komfort-, sondern eine Sicherheitsfrage. Wichtig: Nicht alle Anbieter bieten Geofencing (Alarm bei Verlassen eines definierten Bereichs). Diese Funktion gezielt anfragen. Kombiniert mit einem 24/7-Notrufzentrum deutlich sicherer als reine Ortungs-Apps ohne Leitstelle.
Hausnotruf bei Demenz (Ratgeber folgt) →
Aktiv unterwegs (Wandern, Reisen): Mobiler Hausnotruf mit Mobilfunk + GPS: auch EU-weit bei manchen Anbietern.
Für sehr aktive ältere Menschen oder Reisende: Die meisten mobilen Geräte funktionieren deutschlandweit über alle Mobilfunknetze. Einige Anbieter (z. B. Libify, Vitakt) bieten auch EU-weite Nutzung. Wichtig vor Reise prüfen: Funktioniert das Gerät im Ausland und ist das 24/7-Notrufzentrum erreichbar?
Anbieter-Vergleich 2026 →

Kurzantwort: Wer regelmäßig außer Haus ist oder unter Demenz leidet, profitiert klar vom mobilen GPS-Notruf. Wer hauptsächlich zuhause lebt, zahlt 10 bis 25 € mehr pro Monat ohne echten Mehrwert. Die Pflegekasse erstattet in beiden Fällen 27 € im Monat, GPS bleibt Eigenanteil.

  • Pflegekasse zahlt: 27 € im Monat (Standardgerät), GPS-Aufpreis nicht abgedeckt
  • GPS-Aufpreis: 10 bis 25 € im Monat Eigenanteil
  • Gesamtkosten mobiler Notruf: 35 bis 70 € im Monat
  • Geofencing: bei manchen Anbietern, für Demenz besonders wichtig
  • Reichweite: deutschlandweit, manche Geräte EU-weit

Mobiler vs. klassischer Hausnotruf: der Unterschied

Der klassische Hausnotruf besteht aus einer Basisstation (stationär in der Wohnung, per Festnetz oder DECT angebunden) und einem kleinen Sender, den man am Handgelenk oder als Anhänger trägt. Drückt man den Knopf, verbindet sich das Gerät über die Basisstation mit der Notrufzentrale.

Das Problem: Sobald man die Wohnung verlässt, reißt die Verbindung ab. Die Funkreichweite beträgt je nach Bauart und Wänden nur 50 bis 100 Meter.

MerkmalKlassischer HausnotrufMobiler GPS-Notruf
Reichweite50 bis 100 m (Wohnung)Deutschlandweit (manche EU-weit)
TechnikBasisstation + Funk-SenderSIM-Karte + GPS-Modul im Sender
StandortübermittlungBekannte AdresseGPS-Koordinaten in Echtzeit
Monatliche Kosten25 bis 35 €35 bis 70 €
Pflegekasse zahlt27 €27 € (nur Grundanteil)
Akku-Wechsel nötigNein (Basisstation Strom)Ja: täglich bis wöchentlich
Geofencing möglichNeinBei manchen Anbietern: Ja

Alle Preisangaben Richtwerte. Pflegekassen-Erstattung gilt für Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands.

Mehr zu Anbietervergleich und Kassenzuschuss im Ratgeber Hausnotruf Kosten 2026.

Wer braucht mobil, und wer kann beim Standard bleiben?

Klar für mobilen GPS-Notruf geeignet

  • Aktiver Alltag außer Haus: Wer regelmäßig spaziert, einkauft, Enkel besucht oder Sport treibt, ist mit mobilem GPS auf der sicheren Seite. Ein Sturz im Park kann genauso lebensbedrohlich sein wie in der Küche.
  • Demenz mit Weglauftendenz: GPS-Ortung und Geofencing ermöglichen es Angehörigen und dem Notrufzentrum, den Aufenthaltsort in Echtzeit zu bestimmen. Das kann bei einer Desorientierung lebensrettend sein.
  • Wer gern reist: Bei EU-fähigen Geräten auch im Urlaub nutzbar, vorher beim Anbieter konkret anfragen.

Klassischer Hausnotruf reicht

  • Hauptsächlich zuhause: Wer die meiste Zeit in der Wohnung verbringt, zahlt 10 bis 25 € mehr pro Monat für eine Funktion, die selten genutzt wird. Spar das Geld.
  • Eingeschränkte Mobilität: Wer ohnehin nicht allein das Haus verlässt (z. B. auf Rollstuhl angewiesen), hat keinen praktischen Nutzen vom GPS-Modul.

Tipp: Unsicher ob aktiv genug für mobilen Notruf? Realistisch den Alltag der letzten drei Wochen betrachten: Wie oft war die Person mehr als 100 Meter von der Wohnung entfernt, und allein? Das ist der entscheidende Maßstab.

Kosten: Was die Pflegekasse zahlt, und was nicht

Die rechtliche Grundlage ist § 40 SGB XI. Der Hausnotruf, klassisch oder mobil, gilt als technisches Pflegehilfsmittel. Die Pflegekasse zahlt einen Festbetrag, unabhängig von der Gerätekategorie.

KostenpositionBetragWer zahlt
Monatliche Grundgebühr Hausnotruf27 € im MonatPflegekasse (ab Pflegegrad 1)
Anschluss und Installationkeine eigene Gebührin der Monatsvergütung der Pflegekasse enthalten
GPS-Aufpreis mobiler Notruf10 bis 25 € im MonatSelbst (Eigenanteil)
Geofencing-Option0 bis 10 € im MonatSelbst (Eigenanteil)
Eigenanteil gesamt (mobil)10 bis 35 € im MonatSelbst

Beispielrechnung

Anbieter X bietet mobilen GPS-Notruf für 49 € im Monat an. Mit Pflegegrad erstattet die Kasse 27 € direkt. Es bleiben 22 € im Monat Eigenanteil, das sind 264 € im Jahr für die GPS-Funktion.

Günstigere Anbieter (35 bis 40 € im Monat gesamt) können den Eigenanteil auf 8 bis 13 € im Monat drücken.

Den vollständigen Antragsprozess erklärt der Ratgeber Hausnotruf Zuschuss Pflegekasse 2026.

Anbieter mit mobilen Hausnotruf-Geräten 2026

Nicht alle Anbieter bieten mobilen GPS-Notruf an. Wer wechseln oder neu abschließen möchte, sollte gezielt nach Anbietern mit mobilem Gerät fragen, und dabei drei Punkte klären: Geofencing-Option, Akku-Laufzeit und EU-Abdeckung.

AnbieterReichweiteAkkuGeofencingPreis gesamt (ca.)
DRK MobilDE-weit1 bis 2 TageNein38 bis 45 € im Monat
Malteser MobilDE-weit1 bis 2 TageNein37 bis 44 € im Monat
VitaktDE + EU3 bis 5 TageJa45 bis 55 € im Monat
LibifyDE + EU5 bis 7 TageJa49 bis 65 € im Monat
SmartcareDE-weit2 bis 3 TageJa40 bis 50 € im Monat

Alle Angaben Richtwerte basierend auf öffentlich verfügbaren Tarifinformationen (April 2026). Konditionen können variieren, direkte Anfrage beim Anbieter empfohlen. Pflegekasse erstattet jeweils 27 € davon (bei Anbieter im Hilfsmittelverzeichnis).

Den ausführlichen Vergleich aller Anbieter, klassisch und mobil, mit Stärken und Schwächen finden Sie im Hausnotruf Anbieter Vergleich 2026.

Geofencing: Alarm bei Verlassen des Wohnumfelds

Geofencing (wörtlich: „geografischer Zaun“) ist eine GPS-Funktion, bei der ein virtueller Bereich um einen Standort definiert wird, zum Beispiel rund um die Wohnung in einem Radius von 200 Metern. Verlässt das Gerät diesen Bereich, wird automatisch ein Alarm ausgelöst.

Wie Geofencing beim Hausnotruf funktioniert

  • Angehörige oder das Notrufzentrum legen den erlaubten Bereich über eine App oder das Kundenportal fest
  • Verlässt die Person den definierten Bereich, erhalten hinterlegte Kontakte (und/oder das Notrufzentrum) automatisch eine Benachrichtigung
  • Der aktuelle GPS-Standort wird übermittelt, Angehörige oder Hilfskräfte können gezielt helfen

Für wen Geofencing wichtig ist

Besonders für Menschen mit Demenz im mittleren Stadium, die noch mobil sind aber sich räumlich desorientieren können. Geofencing ersetzt keine Begleitung, bietet aber eine wichtige Sicherheitsnetz-Funktion für Momente, in denen die Person unbemerkt das Haus verlässt.

Wichtig: Nicht alle Anbieter, die GPS-Notruf anbieten, haben auch Geofencing. Das ist eine separate Funktion, im Vertrag oder im Angebot explizit danach fragen. Mehr zum Thema Hausnotruf bei Demenz erklärt der Ratgeber Hausnotruf bei Demenz (folgt demnächst).

Hausnotruf-Smartwatches als Alternative

Smartwatches wie Apple Watch (ab Series 4) oder Samsung Galaxy Watch haben eingebaute Sturzerkennung und können automatisch den Notruf (112) wählen. Klingt ähnlich: ist aber grundlegend anders.

Was Smartwatches können

  • Sturzerkennung mit automatischem Notruf an 112
  • GPS-Standort übermitteln
  • Benachrichtigung an gespeicherte Notfallkontakte
  • Herzfrequenz-Monitoring

Was Smartwatches nicht können

  • Kein 24/7-Notrufzentrum: Der Alarm geht an Kontakte in der Kontaktliste, nicht an eine professionelle Leitstelle, die rund um die Uhr besetzt ist und koordinieren kann
  • Kein Versorgungsvertrag mit Pflegekasse: Die Pflegekasse erstattet 27 € nur für anerkannte Hausnotruf-Geräte, nicht für Smartwatches
  • Akku: Täglich laden nötig, vergisst man das, ist kein Schutz da
  • Bedienung: Für ältere Menschen oft komplexer als ein dedizierter Notrufknopf
KriteriumMobiler HausnotrufSmartwatch
Notrufzentrale 24/7JaNein (nur Kontakte)
Pflegekassen-Erstattung27 € im MonatKeine
SturzerkennungBei manchen AnbieternJa (automatisch)
Akku1 bis 7 TageTäglich laden
Monatliche Kosten35 bis 70 € (mit Erstattung 10 bis 45 €)0 bis 15 € (ggf. Datentarif)
BedienungEin KnopfTouch-Display, App

Fazit: Für technikaffine ältere Menschen mit aktivem Umfeld können Smartwatches eine sinnvolle Ergänzung sein. Als Ersatz für einen professionellen Hausnotruf mit 24/7-Leitstelle taugen sie nicht, insbesondere wenn die Person alleinlebt oder Demenz hat.

Häufige Fragen zum mobilen Hausnotruf mit GPS 2026

Was kostet ein mobiler Hausnotruf mit GPS monatlich?

35 bis 70 € gesamt. Die Pflegekasse erstattet ab Pflegegrad 1 maximal 27 € (Hausnotruf-Grundanteil). Der GPS-Aufpreis von 10 bis 25 € ist Eigenanteil.

Zahlt die Pflegekasse den mobilen GPS-Notruf?

Teilweise. Die Kasse zahlt 27 € im Monat für den Hausnotruf, egal ob klassisch oder mobil. Das GPS-Mehrkosten-Aufpreis wird nicht erstattet. Voraussetzung: Pflegegrad 1 bis 5, alleinlebend oder Notrufbedarf.

Was ist Geofencing und wer braucht es?

Geofencing löst automatisch einen Alarm aus, wenn die Person einen definierten Bereich verlässt. Hauptsächlich für Menschen mit Demenz und Weglauftendenz relevant. Nicht alle Anbieter bieten diese Funktion, beim Vertragsabschluss konkret anfragen.

Wie lange hält der Akku beim mobilen Hausnotruf?

Je nach Gerät 1 bis 7 Tage. Günstigere Geräte (DRK, Malteser) müssen oft täglich geladen werden. Premium-Geräte (Libify) schaffen 5 bis 7 Tage. Regelmäßiges Aufladen muss in den Alltag eingeplant werden, ein entladenes Gerät bietet keinen Schutz.

Funktioniert der mobile Notruf auch im Ausland?

Manche Anbieter bieten EU-weite Abdeckung (z. B. Vitakt, Libify). Viele Geräte funktionieren jedoch nur in Deutschland. Wer reist, muss das vor Vertragsabschluss explizit klären, und prüfen, ob das Notrufzentrum auch für internationale Einsätze koordinieren kann.

Kann eine Smartwatch den Hausnotruf ersetzen?

Nein, nicht vollständig. Smartwatches benachrichtigen nur gespeicherte Kontakte, nicht ein professionelles 24/7-Notrufzentrum. Die Pflegekasse erstattet keine Smartwatch-Kosten. Als Ergänzung für technikaffine ältere Menschen sinnvoll, als Ersatz nicht geeignet.

Zusammenfassung

Mobiler GPS-Notruf macht Sinn für alle, die regelmäßig allein außer Haus sind, und für Menschen mit Demenz, bei denen Geofencing eine zusätzliche Sicherheitsfunktion bietet. Wer hauptsächlich zuhause lebt, zahlt 10 bis 25 € im Monat mehr ohne echten Nutzen.

Die Pflegekasse erstattet unabhängig von der Gerätekategorie 27 € im Monat (ab Pflegegrad 1). Den GPS-Aufpreis zahlt man selbst. Beim Vergleich der Anbieter auf drei Punkte achten: Akku-Laufzeit, Geofencing-Option und ob EU-weite Nutzung möglich ist.

Quellen und Hinweise

Alle Angaben wurden im Juli 2026 recherchiert und geprüft. Anbieterpreise und -konditionen können sich ändern, direkte Anfrage beim jeweiligen Anbieter empfohlen. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung durch Ihre Pflegekasse oder einen Pflegestützpunkt.

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