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Pflegekompass
SelbstfürsorgeEingereichte Frage
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Wie viele Menschen nutzen Verhinderungspflege und wer leistet sie?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 03. Juli 2026 um 04:15

Wie viele Menschen leisten Verhinderungspflege oder Nachbarschaftshilfe? Legt doch mal die Zahlen vor ! Was kann man dort einsparen? Das wird deshalb angegriffen, weil Privatpersonen Geld erhalten und nur deswegen.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 8 Std.

TITEL: Verhinderungspflege: Wie viele Menschen nutzen sie und was kostet das? ANTWORT: Zahlen zur Verhinderungspflege gibt es tatsächlich — aus der amtlichen Statistik der Pflegekassen (GKV-Spitzenverband, Kennzahlen der sozialen Pflegeversicherung): - Rund 5,7 Millionen Menschen bezogen 2024 Leistungen der Pflegeversicherung, davon etwa 4,3 Millionen ambulant. - Verhinderungspflege wird pro Jahr von rund 900.000 bis 1 Million Pflegebedürftigen in Anspruch genommen — also nur etwa jeder Vierte bis Fünfte der Anspruchsberechtigten. - Die Ausgaben lagen 2023 bei rund 2,3 Milliarden Euro pro Jahr, im Vergleich zu über 17 Milliarden Pflegegeld und über 45 Milliarden Gesamtausgaben der sozialen Pflegeversicherung. Die Verhinderungspflege ist finanziell also kein Großposten. Der größte Teil fließt ohnehin an nahe Angehörige oder Nachbarn, weil professionelle Vertretung für ein paar Stunden kaum zu bekommen ist. Bei Angehörigen bis 2. Grad ist die Erstattung bereits auf das 1,5-fache Pflegegeld pro Jahr gedeckelt (§ 39 Abs. 3 SGB XI) — bei Pflegegrad 3 also 898,50 Euro. Das ist keine Bereicherung, sondern eine bescheidene Anerkennung für einen Job, der sonst 25 bis 40 Euro pro Stunde beim ambulanten Dienst kosten würde. Wer hier "einsparen" will, verlagert die Kosten faktisch auf die Pflegepersonen selbst — und riskiert, dass mehr Menschen ins deutlich teurere Heim wechseln. Das ist rechnerisch das Gegenteil einer Einsparung. Wenn du die Rohdaten selbst prüfen willst: Die Kennzahlen der Pflegeversicherung veröffentlicht der GKV-Spitzenverband jährlich, das Statistische Bundesamt ergänzt die Pflegestatistik alle zwei Jahre.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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