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Pflegekompass
RechtlichesEingereichte Frage
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Was sind ambulant betreute Wohngruppen in der Pflege?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 15. Juni 2026 um 04:15

Google PAA: "Was sind ambulante Wohngruppen in der Pflege?" Antwort-Snippet (nur Referenz, NICHT uebernehmen): Eine ambulant betreute Wohngruppe ist eine Wohngemeinschaft von mindestens 3 und höchstens 12 Personen. Mindestens 3 Personen erhalten Leistungen von der Pflegeversicherung. Sie ist eine mögliche Wohnform für Menschen, die nicht mehr allein im eigenen Haushalt leben können oder möchten.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 10 Std.

Hallo, ambulant betreute Wohngruppen — oft kurz Pflege-WG genannt — sind eine Wohnform zwischen "allein zu Hause" und "stationäres Pflegeheim". Mehrere pflegebedürftige Menschen leben gemeinsam in einer Wohnung, jeder hat sein eigenes Zimmer, Küche und Wohnzimmer werden geteilt. Die pflegerische und hauswirtschaftliche Versorgung organisieren die Bewohner gemeinsam, meist über einen ambulanten Pflegedienst und eine Präsenz- bzw. Betreuungskraft. Die rechtliche Grundlage steht in § 38a SGB XI. Damit eine WG als anerkannte ambulant betreute Wohngruppe gilt, müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein: - mindestens 3 Pflegebedürftige (Pflegegrad 1 bis 5) leben gemeinsam - die WG ist selbstorganisiert, also nicht heim-ähnlich strukturiert - es gibt eine gemeinschaftlich beauftragte Person für organisatorische, betreuende oder hauswirtschaftliche Aufgaben (Präsenzkraft) - die Bewohner können über die Aufnahme neuer Mitbewohner mitentscheiden Sind diese Voraussetzungen erfüllt, bekommt jeder Bewohner einen Wohngruppenzuschlag von 224 € pro Monat ab Pflegegrad 1. Das Geld ist zweckgebunden für die Präsenzkraft, läuft aber zusätzlich zu Pflegegeld, Pflegesachleistung, Entlastungsbetrag und den 42 € Pflegehilfsmitteln. Praktisch wichtig: Für die Einrichtung oder den Umbau einer solchen WG gibt es zusätzlich den Wohnumfeld-Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI — bis zu 4.180 € pro Person, bei mehreren Berechtigten in einer WG insgesamt maximal 16.720 € pro Maßnahme. Damit lassen sich barrierefreies Bad, Rampen oder Türverbreiterungen finanzieren. Aus der Praxis: Diese Wohnform funktioniert besonders gut bei Demenz, weil die kleine, überschaubare Gruppe und der vertraute Alltagsrhythmus für Orientierung sorgen. Sie ist aber kein Selbstläufer — Angehörige müssen sich aktiv einbringen, einen passenden Pflegedienst aussuchen und Verträge mit Vermieter, Pflegedienst und Präsenzkraft sauber trennen. Die Abgrenzung zur stationären Einrichtung ist heimrechtlich heikel, je nach Bundesland gelten unterschiedliche Wohn- und Teilhabegesetze. Wer das konkret plant, sollte sich vorab beraten lassen — Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI kennen die regionalen Anbieter und Vorgaben.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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