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Pflegeheim-Eigenanteil: Was muss ich für meine Mutter zuzahlen?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 07. Juli 2026 um 04:15

Was muss ich zuzahlen, wenn meine Mutter ins Pflegeheim kommt?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 3 Std.

Hallo, der Eigenanteil im Pflegeheim setzt sich aus vier Blöcken zusammen — die Pflegekasse zahlt nur einen Teil, den Rest trägt der Bewohner (bzw. dessen Angehörige oder das Sozialamt). Die vier Kostenblöcke: 1. Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) — das ist der pflegebedingte Anteil, der nach Abzug der Pflegekassenleistung übrig bleibt. Er ist in einer Einrichtung für alle Bewohner mit Pflegegrad 2 bis 5 gleich hoch, unabhängig vom individuellen Pflegegrad. Höhe je nach Heim sehr unterschiedlich, in vielen Regionen aktuell irgendwo zwischen 1.500 und 2.500 €. 2. Unterkunft und Verpflegung — trägt der Bewohner zu 100 % selbst. Meist 700–1.000 €. 3. Investitionskosten — Umlage für Gebäude, Instandhaltung. Meist 300–600 €. 4. Ausbildungsumlage — in einigen Bundesländern zusätzlich ausgewiesen, kleiner Betrag. In Summe landet der monatliche Eigenanteil in vielen Heimen bei 2.500 bis 3.500 €, in Ballungsräumen auch darüber. Genaue Zahlen stehen in der Vergütungsvereinbarung des Heims — die kannst du dir vor Einzug aushändigen lassen. Entlastung durch Leistungszuschläge (§ 43c SGB XI): Seit 2022 zahlt die Pflegekasse einen prozentualen Zuschuss zum pflegebedingten Eigenanteil, gestaffelt nach Verweildauer im Heim: - Im 1. Jahr: 15 % - Im 2. Jahr: 30 % - Im 3. Jahr: 50 % - Ab dem 4. Jahr: 75 % Der Zuschlag wird automatisch von der Pflegekasse an die Einrichtung gezahlt und auf der Heimrechnung als Abzug ausgewiesen — ihr müsst nichts extra beantragen. Wenn Rente und Vermögen deiner Mutter den Eigenanteil nicht decken, greift Hilfe zur Pflege nach § 61 SGB XII beim Sozialamt. Kinder werden erst ab einem eigenen Bruttojahreseinkommen von über 100.000 € zum Elternunterhalt herangezogen (Angehörigen-Entlastungsgesetz). Mein Tipp aus der Praxis: Lass dir vor Vertragsunterschrift eine schriftliche Aufstellung aller vier Kostenblöcke geben und frag konkret nach geplanten Erhöhungen im nächsten Jahr. Die Investitionskosten sind der Posten, der am häufigsten überraschend steigt. Bei finanziellen Sorgen frühzeitig beim Sozialamt anfragen — der Antrag lässt sich schon vor dem Einzug stellen.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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