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Pflegekompass
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Kann ich mit 17 zur Pflegeberatung und wo hinterlege ich meinen Organspendeausweis?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 04. Juli 2026 um 04:15

Mach ich mich lächerlich wenn ich mit 17 Jahren beim Berater aufkreuze? Alles notarielle geht doch leider erst ab 18 oder? 😕 Möchte eben früh abgesichert und das hinter mir gebracht haben denn das Thema Tod oder Hirntod/ Koma lässt mich nicht mehr los und ich kann teilweise abends Stunden lang in die Nacht nicht einschlafen, da mein Kopf vor Gedankenströmen explodiert! Daher hab ich bereits einen Organspendeausweis ausgefüllt. Muss man diesen Organspendeausweis irgendwo einreichen oder reicht es diesen mit sich rumzuführen? Würde den nämlich gerne zudem irgendwo hinterlegen, dass die die Informationen auch zur Not im System abrufen können oder dergleichen!

1 Antwort

Tobias Grundmann
Tobias GrundmannExperte

Experte für Pflegerecht

Geantwortet vor 4 Std.

Nein, lächerlich machst du dich nicht — im Gegenteil. Pflegeberatung nach § 7a SGB XI ist an kein Alter gebunden. Wer sich informieren will, darf das. Ein guter Berater wird dich ernst nehmen, egal ob du 17 oder 70 bist. Was mit 17 tatsächlich noch nicht geht: notarielle Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Beides setzt Volljährigkeit voraus, weil du erst ab 18 voll geschäftsfähig bist. Sobald du 18 wirst, kannst du das jederzeit erledigen — eine Patientenverfügung braucht übrigens keinen Notar, die Schriftform reicht (§ 1827 BGB). Nur die umfassende Vorsorgevollmacht wird meist notariell beurkundet, damit sie auch für Immobilien- oder Bankgeschäfte gilt. Zum Organspendeausweis: Du darfst dich ab 16 Jahren selbständig für eine Organspende entscheiden (Zustimmung), einen Widerspruch kannst du sogar schon ab 14 äußern — geregelt in § 2 Abs. 2 Transplantationsgesetz. Der Ausweis muss nirgendwo eingereicht werden. Es reicht, ihn im Portemonnaie bei dir zu tragen, dort suchen Kliniken im Ernstfall zuerst. Seit März 2024 gibt es zusätzlich das bundesweite Online-Organspende-Register beim BfArM (organspende-register.de). Dort kannst du deine Entscheidung digital hinterlegen, sie wird im Ernstfall direkt von entnahmeberechtigten Kliniken abgerufen. Der Eintrag ist freiwillig und kostenlos, du brauchst dafür einen elektronischen Personalausweis oder die GesundheitsID deiner Krankenkasse. Die Eintragung ist ab 16 möglich. Ein letzter Gedanke, weil du schreibst, dass dich das Thema abends nicht schlafen lässt: Vorsorge zu regeln ist etwas Gutes, sie kann aber die Gedankenspirale meist nicht abstellen. Wenn dich diese Ängste über Wochen begleiten, sprich das ruhig bei deinem Hausarzt an oder wende dich an eine Beratungsstelle für Jugendliche (z. B. Nummer gegen Kummer, 116 111). Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern derselbe vorausschauende Umgang, den du gerade mit den formalen Dingen schon zeigst.
Fachlicher Prüfer für Pflegerecht, Leistungsansprüche und Antragsverfahren nach SGB XI.Zum Profil
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