Zum Hauptinhalt springen
Pflegekompass
AllgemeinEingereichte Frage
0 Ansichten

Was besagt die 5-3-1-Regel bei ADHS?

P
Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 20. Juli 2026 um 04:15

Was besagt die 5-3-1-Regel bei ADHS? Wenn Sie täglich eine große, drei mittelgroße und fünf kleine Aufgaben erledigen, können Sie Ihre Liste leichter abarbeiten. Achten Sie darauf, dass Aufgaben mit einer Frist, wie zum Beispiel zu bezahlende Rechnungen, auch dann erledigt werden, wenn sie auf Ihrer To-do-Liste stehen.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 21 Std.

Die 5-3-1-Regel ist eine Selbstorganisations-Methode für Menschen mit ADHS, die den Tag strukturierbar macht, ohne die Aufmerksamkeit zu überfordern. Sie stammt nicht aus dem Pflegerecht, wird aber in der Angehörigenpflege oft empfohlen, weil viele pflegende Angehörige und Pflegebedürftige selbst mit ADHS-typischer Reizüberflutung kämpfen. So funktioniert die Regel: - 1 große Aufgabe pro Tag (das Hauptprojekt, z. B. Antrag ausfüllen, Arztbesuch organisieren) - 3 mittelgroße Aufgaben (Anrufe, Termine, mittlerer Aufwand) - 5 kleine Aufgaben (Mails, Wäsche, kurze Erledigungen) Insgesamt neun feste Punkte — mehr wird nicht auf die Tagesliste gesetzt. Das reduziert die typische ADHS-Überforderung durch endlose To-do-Listen und gibt trotzdem messbare Erfolgserlebnisse. Wichtig in der Praxis: Fristgebundene Dinge (Rechnungen, Widerspruchsfristen, Rezeptbestellungen) gehören immer in den Block der drei mittelgroßen Aufgaben, nicht unter die fünf kleinen — sonst rutschen sie durch. Wer regelmäßig Fristen verpasst, kann zusätzlich mit einer separaten Deadline-Liste am Kühlschrank oder einer Erinnerungs-App arbeiten. Für pflegende Angehörige mit ADHS ist die Methode besonders sinnvoll, weil Pflege gleichzeitig viele Rollen fordert (Organisation, Kommunikation, Dokumentation). Eine feste Struktur entlastet mental. Wenn ADHS die Alltagsbewältigung so stark einschränkt, dass regelmäßig Unterstützung nötig ist, kann bei Erwachsenen im Einzelfall auch ein Pflegegrad geprüft werden — entscheidend ist der Hilfebedarf in den sechs Modulen, nicht die Diagnose selbst.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
Teilen:WhatsAppFacebook

Ihre Antwort

Keine Anmeldung nötig

Ähnliche Fragen

Andere haben Folgendes gefragt — vielleicht ist die Antwort auch für Sie hilfreich.