Den einen Testsieger für alle gibt es nicht. Die Stiftung Warentest hat zuletzt am 26.08.2025 elf Rollatoren geprüft: Fast alle acht Leichtgewichtmodelle fuhren gut, die drei günstigen Kassenmodelle aus Stahl überzeugten nicht, und zwei Modelle hatten Schadstoffe in den Griffen. Welcher Rollator passt, zeigt erst die eigene Probefahrt (Stand 18.10.2026).
Wer einen Rollator sucht, stößt schnell auf Listen mit "Testsiegern". Viele davon stammen nicht aus unabhängigen Tests. Pflegekompass testet Rollatoren nicht selbst; wir fassen zusammen, was unabhängige Tests mit nachprüfbarer Quelle ergeben haben, und zeigen, wie Sie selbst vergleichen. Dieser Ratgeber gehört zum Thema Hilfsmittel.
Welche unabhängigen Rollator-Tests gibt es?
Belastbare, öffentlich dokumentierte Tests gibt es von der Stiftung Warentest und, älter, von ÖKO-TEST. Die Tabelle fasst zusammen, was die Herausgeber selbst veröffentlicht haben. Die Einzelnoten und Namen der bestbewerteten Modelle stehen in den Testberichten der Herausgeber; wir geben sie hier nicht wieder.
| Test | Geprüfte Modelle | Preisspanne laut Herausgeber | Wichtigste Ergebnisse |
|---|---|---|---|
| Stiftung Warentest, veröffentlicht 26.08.2025 (September-Ausgabe) | 11: acht Leichtgewichte aus Aluminium oder Carbon, drei Standardmodelle aus Stahl | Leichtgewichte 160 bis 556 Euro, Standardmodelle unter 100 Euro | Leichtgewichte fast alle mit guten Fahreigenschaften; Standardmodelle brauchen mehr Kraft und vibrieren stark; schwerstes Modell über 9 Kilogramm; in zwei Modellen krebserregende Schadstoffe in den Griffen |
| Stiftung Warentest, veröffentlicht 27.02.2019 (März-Ausgabe) | 12: acht Leichtgewichte, vier Standardmodelle, dazu zwei Kombigeräte Rollator und Rollstuhl | 60 bis 535 Euro | Standardmodelle aus Stahl, 9 bis 10 Kilogramm, draußen kaum zu gebrauchen; ein Modell mit so vielen Schadstoffen in den Griffen, dass es nach Einschätzung der Tester nicht verkauft werden dürfte |
| ÖKO-TEST, Ausgabe August 2011 | 10: fünf günstigere, fünf teurere | keine Spanne genannt | bei drei Modellen Rahmenbruch auf dem Prüfstand; ein Modell kippte schon bei geringer Neigung; Schadstoffe in mehreren Griffen |
Quelle: Stiftung Warentest, Pressemitteilungen vom 27.02.2019 und 26.08.2025; ÖKO-TEST, 10 Rollatoren im Test, August 2011. Stand: 18.10.2026.
Der ÖKO-TEST-Bericht ist alt; die Modelle von damals sind meist nicht mehr im Handel. Er zeigt aber, worauf es bei der Prüfung ankommt: Stabilität, Kippsicherheit, Bremsen und Schadstoffe.
Wie prüfen die Tester?
Die Stiftung Warentest kombiniert Praxis und Labor. Laut Pressemitteilung von 2025 prüften erfahrene Nutzerinnen und Nutzer Fahreigenschaften und Handhabung in der Wohnung und im Freien, auf verschiedenen Untergründen, an Bordsteinen und beim Transport. Im Labor kamen Schadstoffprüfung, Dauer- und Belastungsprüfung und ein Bremstest auf nasser und trockener Fläche hinzu.
ÖKO-TEST hat 2011 die Stabilität auf einem Rollenprüfstand über rund 30 Kilometer mit rund 50 Kilogramm Beladung geprüft und Griffe auf Schadstoffe untersucht. Ein Modell, das die Sicherheitsnorm nicht erfüllte, konnte dort höchstens "ungenügend" bekommen.
Für Rollatoren auf Kassenkosten gibt es zusätzlich eine Mindestprüfung: Um ins Hilfsmittelverzeichnis zu kommen, muss ein Hersteller unter anderem Standsicherheit, statische Festigkeit und Dauerhaltbarkeit nach der Norm DIN EN ISO 11199 nachweisen. Der Eintrag ist kein Testurteil, aber ein Hinweis, dass Grundanforderungen erfüllt sind.
Was heißt das für die Wahl des Rollators?
Die Tests zeigen ein Muster: Günstige Standardmodelle aus Stahl schnitten in beiden Tests der Stiftung Warentest schwächer ab als Leichtgewichtmodelle, vor allem draußen und beim Heben. Das heißt nicht, dass jedes teure Modell gut ist oder dass ein Kassenmodell für jeden zu schlecht ist.
Für die Kasse gilt: Sie zahlt einen Rollator, der ausreichend und zweckmäßig ist, mit 10 Prozent Zuzahlung, 2026 höchstens 10 Euro, ab 01.01.2027 höchstens 15 Euro (§ 33, § 61 SGB V). Die Verträge der Kassen müssen eine hinreichende Anzahl an Modellen ohne Mehrkosten sicherstellen, und das Sanitätshaus muss Sie vorher beraten, welche davon für Sie passen; wählen Sie ein teureres Modell, muss es Sie über die Mehrkosten informieren (§ 127 Abs. 1 und 5 SGB V). Ein Modell aus einem Test, das darüber hinausgeht, kostet Aufpreis; wann die Kasse ein leichtes Modell trägt, erklärt der Ratgeber Carbon-Rollator. Wie Sie überhaupt an einen Rollator auf Rezept kommen, steht im Ratgeber Rollator.
Wie teste ich einen Rollator selbst?
Ein Test in der Zeitschrift ersetzt nicht die Probefahrt mit dem eigenen Körper. Nehmen Sie sich im Sanitätshaus Zeit und gehen Sie diese Punkte durch:
- Gewicht: Heben Sie den gefalteten Rollator an, als würden Sie ihn ins Auto laden.
- Falten: Klappen Sie ihn selbst zusammen und wieder auf, ohne Hilfe.
- Bremsen: Ziehen Sie beide Bremshebel mit Ihrer eigenen Handkraft; stellen Sie die Feststellbremse fest und prüfen Sie, ob der Rollator steht.
- Griffhöhe: Lassen Sie die Griffe einstellen und gehen Sie ein paar Meter aufrecht.
- Untergrund: Fahren Sie über eine Schwelle, eine Fußmatte und, wenn möglich, draußen über Pflaster.
- Bordstein: Probieren Sie die Ankipphilfe.
- Sitz: Setzen Sie sich mit festgestellten Bremsen; prüfen Sie Höhe und Breite.
- Wendekreis: Drehen Sie auf engem Raum, wie im Badezimmer.
- Griffe: Fragen Sie nach Angaben zu Schadstoffen im Griffmaterial, weil Tests hier wiederholt Mängel fanden.
Notieren Sie für jedes Modell Ihre Eindrücke. So vergleichen Sie Modelle ohne ein Kassenmodell und ohne ein Testergebnis blind zu übernehmen.
Ein Beispiel: Testergebnis und eigener Alltag
Eine Frau liest, dass Leichtgewichtmodelle im Test besser abgeschnitten haben, und möchte deshalb ein solches Modell. Im Sanitätshaus probiert sie zwei Modelle ohne Aufpreis und ein leichtes Modell gegen Aufpreis.
Weil sie nur in der Wohnung und auf dem glatten Weg zum Bäcker geht und den Rollator nicht ins Auto heben muss, kommt sie mit einem Modell ohne Aufpreis gut zurecht. Ihre Nachbarin dagegen fährt oft mit dem Bus und braucht ein leichtes, schmal faltbares Modell; für sie lohnt der Aufpreis. Dasselbe Testergebnis führt also zu verschiedenen Entscheidungen.
Wann Tests nicht weiterhelfen
Tests prüfen eine Auswahl von Modellen zu einem Zeitpunkt. Modelle ändern sich, und viele im Handel angebotene Rollatoren wurden nie unabhängig getestet. Seien Sie vorsichtig mit Seiten, die "Testsieger" ohne Angabe von Herausgeber, Datum und Prüfmethode nennen.
Braucht jemand besondere Ausführungen, etwa Unterarmauflagen, eine Belastbarkeit über 150 Kilogramm oder einen Rollator für sehr enge Wohnungen, decken die allgemeinen Tests diese Fälle meist nicht ab. Dann entscheidet die Beratung im Sanitätshaus. Nach einem Bruch oder einer Operation hilft zusätzlich der Ratgeber Pflege nach Oberschenkelhalsbruch.
Häufige Fragen
Welcher Rollator ist Testsieger?
Das hängt vom Test ab. Die Stiftung Warentest veröffentlicht die Noten und Modellnamen in ihren Testberichten, zuletzt am 26.08.2025; wir geben sie nicht wieder. Wichtiger als der Testsieger ist, ob ein Modell zu Ihnen passt.
Wann hat die Stiftung Warentest zuletzt Rollatoren getestet?
Die letzte Veröffentlichung, die wir gefunden haben, ist vom 26.08.2025 mit elf geprüften Rollatoren.
Sind Kassenrollatoren schlecht?
Die günstigen Standardmodelle aus Stahl schnitten 2019 und 2025 schwächer ab. Ein Kassenmodell kann trotzdem reichen, wenn Sie vor allem drinnen und auf ebenen Wegen gehen. Probieren Sie mehrere Modelle ohne Aufpreis.
Zahlt die Kasse den Testsieger?
Nur wenn das Modell zu den Rollatoren gehört, die Ihr Sanitätshaus ohne Mehrkosten anbietet, oder wenn es medizinisch nötig ist. Sonst zahlen Sie den Aufpreis.
Zusammenfassung
Unabhängige Tests der Stiftung Warentest von 2019 und 2025 zeigen, dass leichte Rollatoren besser fahren als günstige Standardmodelle aus Stahl und dass Griffe Schadstoffe enthalten können. Einen Testsieger für alle gibt es nicht. Entscheidend sind Gewicht, Bremsen, Faltmaß und Ihre eigenen Wege. Hilfe bei der Suche nach einem Sanitätshaus gibt es über die Beratung zu Rollator und Gehhilfen; mehr zu Kassen und Zuzahlungen auf der Seite Hilfsmittel.
Quellen
- Stiftung Warentest, Pressemitteilung: Rollatoren im Test: Günstige Kassenmodelle enttäuschen, 26.08.2025, abgerufen am 18.10.2026
- Stiftung Warentest, Pressemitteilung: Rollatoren: Kassenmodelle sind kaum zu gebrauchen, 27.02.2019, abgerufen am 18.10.2026
- ÖKO-TEST, 10 Rollatoren im Test, Ausgabe August 2011 (online 29.07.2011), abgerufen am 18.10.2026
- GKV-Spitzenverband, Hilfsmittelverzeichnis Produktgruppe 10 Gehhilfen, Fortschreibung vom 09.12.2022 (Produktuntergruppe 10.50.04: Anforderungen und Prüfnormen), abgerufen am 18.10.2026
- § 33 SGB V, Hilfsmittel, abgerufen am 18.10.2026
- § 61 SGB V, Zuzahlungen, abgerufen am 18.10.2026
- GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24.07.2026, BGBl. 2026 I Nr. 228 (Art. 1 Nr. 23: § 61 SGB V ab 01.01.2027), abgerufen am 18.10.2026






