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Pflegekompass
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Wer zahlt den Heimplatz, wenn die Rente nicht reicht?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 02. Juli 2026 um 04:15

Wer zahlt Heimplatz, wenn die Rente nicht reicht?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 3 Std.

TITEL: Wer zahlt das Pflegeheim, wenn die Rente nicht reicht? ANTWORT: Die Heimkosten setzen sich aus Pflegekosten, Unterkunft, Verpflegung, Investitionskosten und Ausbildungsumlage zusammen. Die Pflegekasse übernimmt nach Pflegegrad einen festen Anteil, der Rest ist Eigenanteil — typischerweise 2.500 bis 3.500 € im Monat, je nach Bundesland und Einrichtung. So wird die Lücke geschlossen, wenn Rente und Vermögen nicht ausreichen: 1. Eigene Einkünfte einsetzen: Rente, Pflegegeld-Anteil, private Pflegezusatzversicherung, Wohngeld (auch im Heim möglich, sogenanntes Heimwohngeld). 2. Vermögen verbrauchen bis zum Schonbetrag (aktuell 10.000 € pro Person). Eine selbstgenutzte Immobilie kann geschützt bleiben, solange der Ehepartner dort wohnt. 3. Hilfe zur Pflege beim Sozialamt beantragen (§ 61 ff. SGB XII). Das Sozialamt übernimmt die Differenz zwischen Eigenmitteln und Heimrechnung. Zum Elternunterhalt: Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz 2020 werden Kinder erst ab 100.000 € Brutto-Jahreseinkommen herangezogen. Wer darunter liegt, zahlt nichts — das Sozialamt prüft das per Selbstauskunft. Ehepartner sind davon nicht erfasst, sie bleiben untereinander unterhaltspflichtig, aber mit eigenem Schonbetrag und Selbstbehalt. Praktischer Ablauf: Antrag auf Hilfe zur Pflege beim Sozialamt der Stadt oder des Landkreises stellen, sobald absehbar ist, dass das Vermögen unter den Schonbetrag fällt. Das Heim akzeptiert dann eine Kostenübernahmeerklärung des Sozialamts und rechnet direkt dort ab. Bei Detailfragen zum geschützten Vermögen, zur selbstgenutzten Immobilie oder zu Schenkungen der letzten zehn Jahre (Rückforderungsrecht nach § 528 BGB) lohnt sich ein Blick in Tobias' Beiträge zum Pflegerecht. Den Antrag auf Hilfe zur Pflege am besten frühzeitig stellen — die Bearbeitung dauert oft mehrere Wochen, und das Heim wartet nicht.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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