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Welche Alternativen zum Treppenlift gibt es bei Pflegegrad?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 14. Juli 2026 um 04:15

Welche Alternativen gibt es zum Treppenlift?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 7 Std.

Hallo, ein Treppenlift ist teuer und baulich aufwendig — es gibt mehrere Alternativen, die je nach Wohnsituation und Mobilität sinnvoller sein können. Alle sind grundsätzlich über den Wohnumfeld-Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI bezuschussbar (bis 4.180 € pro Maßnahme ab Pflegegrad 1). Wichtig: Antrag immer VOR Auftragsvergabe stellen, sonst gibt es nichts. Die praxisrelevanten Alternativen: - Verlegung des Schlafzimmers ins Erdgeschoss. Klingt banal, ist aber die wirksamste Lösung, wenn Platz da ist. Kombiniert mit einem Gäste-WC-Umbau zur bodengleichen Dusche erspart man sich die Treppe komplett. - Sitztreppenlift statt Kurvenlift. Bei geraden Treppen deutlich günstiger (ca. 3.000–5.000 €), oft komplett durch den Zuschuss gedeckt. Gebrauchtgeräte mit Wartungsvertrag sind eine solide Option. - Plattformlift für Rollstuhlfahrer. Braucht mehr Platz, kostet aber teils weniger als ein Kurven-Sitzlift bei sehr verwinkelten Treppen. - Hublift/Homelift (kleiner Personenaufzug). Für Ein- oder Zweigeschosser mit wenig Platz. Kosten 15.000–25.000 €, aber die Zuschusssumme lässt sich stapeln, wenn mehrere Pflegebedürftige im Haushalt leben (bis 16.720 €, § 40 Abs. 4 SGB XI). - Rampen und Handläufe an beiden Seiten. Bei wenigen Stufen oder als Übergangslösung. Beidseitige Handläufe werden oft unterschätzt — bei Gangunsicherheit hilft das enorm. - Treppensteighilfe (Scalamobil, Liftkar). Motorisiertes Gerät, mit dem eine Pflegeperson den Rollstuhl-Nutzer die Treppe rauf und runter bringt. Krankenkasse zahlt bei entsprechender Verordnung als Hilfsmittel (§ 33 SGB V), nicht Pflegekasse. - Umzug in eine barrierefreie Wohnung. Auch der Umzug selbst kann bezuschusst werden, wenn er pflegebedingt notwendig ist — läuft ebenfalls über § 40 Abs. 4 SGB XI. Mein Tipp aus der Praxis: Bevor irgendwas gekauft wird, holt euch eine Wohnraumberatung. Die kommen ins Haus, schauen sich die Treppe, die Wege, die tatsächliche Beweglichkeit an und schlagen die günstigste tragfähige Lösung vor. Anlaufstellen sind der Pflegestützpunkt oder die kommunalen Wohnberatungsstellen — beides kostenfrei. Häufig stellt sich heraus, dass ein Lift gar nicht die beste Wahl ist. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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