Zum Hauptinhalt springen
Pflegekompass
RechtlichesEingereichte Frage
0 Ansichten

Was soll meine Tochter als Betreuerin ins Pflegetagebuch eintragen?

P
Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 11. Juli 2026 um 04:15

Vielen Dank für eure Hilfe..ich habe die Formulare bekommen, wollte mal fragen..was soll meine Tochter, als meine Betreuerin ,in die Tagebuch eintragen ?.ich wohne alleine, und sie kommt jeden tag morgens und abends um mir zu helfen...Danke voraus für die Antwort..wünsche ihnen frohe Weihnachten ❤

1 Antwort

Tobias Grundmann
Tobias GrundmannExperte

Experte für Pflegerecht

Geantwortet vor 6 Std.

Ein Pflegetagebuch ist das wichtigste Werkzeug, um dem MD zu zeigen, wie viel Hilfe du tatsächlich brauchst. Der Gutachter sieht dich nur ein bis zwei Stunden — das Tagebuch zeigt den echten Alltag über mehrere Wochen. Deine Tochter sollte am besten zwei Wochen lang morgens und abends notieren, was sie konkret für dich tut. Wichtig sind dabei die sechs Module, die der MD bewertet. Für deine Situation (allein lebend, Hilfe zweimal täglich) sind vor allem relevant: - Mobilität: Aufstehen, Hinsetzen, Treppensteigen, Gehen in der Wohnung — braucht sie dich zu stützen, festzuhalten, Rollator zu reichen? - Selbstversorgung: Waschen, Duschen, Zähneputzen, Anziehen, Toilettengang, Essen zubereiten und reichen, Trinken anreichen. Das ist das gewichtigste Modul (40 %). - Krankheitsbedingte Anforderungen: Medikamente stellen und geben, Blutzucker messen, Verbände wechseln, Arzttermine begleiten, Rezepte holen. - Alltagsgestaltung: Einkaufen, Wäsche, Wohnung sauber halten, Kontakte organisieren. - Kognition und Verhalten: Falls du vergesslich bist, dich in eigener Wohnung nicht mehr zurechtfindest, nachts unruhig bist, Angst hast allein zu sein. Format für jeden Eintrag: 1. Uhrzeit (z. B. 07:30) 2. Was gemacht wurde (z. B. „beim Duschen gestützt, Rücken und Beine gewaschen") 3. Wie lange es gedauert hat (z. B. 25 Minuten) 4. Warum die Hilfe nötig war (z. B. „kann sich nicht sicher auf einem Bein halten, Sturzgefahr") Der letzte Punkt ist entscheidend. Nicht nur „geholfen beim Anziehen", sondern warum — Schmerzen, Kraftmangel, Gleichgewicht, Kurzatmigkeit, Vergesslichkeit. Auch die Dinge dazwischen zählen: Telefonate mit Ärzten, Wege zur Apotheke, nächtliche Anrufe, weil du unsicher bist. Wenn deine Tochter zusätzlich einmal pro Woche einkauft, putzt, Wäsche macht — das gehört rein. Nimm das Tagebuch zum MD-Termin mit und übergib eine Kopie. Der Gutachter muss es zur Kenntnis nehmen. Ein leeres Vorlage-Muster findest du kostenlos beim BKK Dachverband oder bei den Verbraucherzentralen — das erspart deiner Tochter das Format-Basteln. Dir und deiner Tochter ebenfalls frohe Weihnachten.
Fachlicher Prüfer für Pflegerecht, Leistungsansprüche und Antragsverfahren nach SGB XI.Zum Profil
Teilen:WhatsAppFacebook

Ihre Antwort

Keine Anmeldung nötig

Ähnliche Fragen

Andere haben Folgendes gefragt — vielleicht ist die Antwort auch für Sie hilfreich.