
Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege
Geantwortet 26.5.2026
Hallo,
die Preisspanne ist groß, weil "Treppenlift" mehrere Bauarten umfasst. Grobe Orientierung aus dem Pflegealltag:
- Sitzlift, gerade Treppe (ein Stockwerk): 3.800–6.500 €
- Sitzlift, kurvige Treppe (Wendelung, Podest): 8.000–12.000 €, bei mehreren Etagen auch 15.000 €+
- Plattformlift (Rollstuhl), gerade: 9.000–14.000 €
- Plattformlift, kurvig oder außen: 12.000–20.000 €
- Hublift (kurze Strecke außen, z. B. Hauseingang): 5.500–9.000 €
- Senkrechter Homelift (Personenaufzug, mehrere Etagen): 25.000–45.000 €
Eingeschlossen sind in seriösen Angeboten: Vor-Ort-Aufmaß, Schiene/Maßanfertigung, Motor, Sitz/Plattform, Montage, elektrischer Anschluss, Einweisung, 2 Jahre Gewährleistung. Wartung kostet separat, etwa 150–250 €/Jahr.
Was den Preis stark drückt:
- Wohnumfeld-Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI: bis 4.180 € pro Maßnahme ab Pflegegrad 1. Voraussetzung ist ein anerkannter Pflegegrad und dass der Antrag VOR Auftragsvergabe gestellt wird. Sonst gibt es nichts.
- Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt (z. B. Ehepaar mit je einem Pflegegrad), bekommt jeder den Zuschuss separat für dieselbe Maßnahme — das sind dann bis zu 8.360 €.
- KfW-Zuschuss 455-B "Altersgerecht Umbauen" — Stand 2026 immer wieder mit gestopptem Fördertopf, vor Auftrag prüfen.
- Gebrauchte Sitzlifte: 40–60 % günstiger. Bei geraden Treppen sinnvoll, weil die Schiene normiert ist. Bei kurvigen Treppen praktisch nie sinnvoll, weil die Schiene immer individuell gefertigt wird.
- Miete statt Kauf: ca. 80–150 €/Monat plus Einbaupauschale. Lohnt sich, wenn der Lift nur für 1–3 Jahre gebraucht wird.
Mein Tipp aus der Praxis: Hol dir mindestens drei Angebote von unabhängigen Anbietern, nicht nur vom erstgenannten Vertreter. Die Spannen zwischen Firmen bei identischer Treppe sind oft 30–40 %. Achte beim Vergleich auf identische Komponenten (Akku-Antrieb, Notabsenkung, Klappschiene am Treppenende, falls eine Tür im Weg ist) — sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
Den Antrag auf den Wohnumfeld-Zuschuss reichst du formlos bei deiner Pflegekasse ein, zusammen mit einem Kostenvoranschlag und kurzer Begründung. Die Genehmigung kommt meist innerhalb von 2–4 Wochen.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege. —
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