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Pflegekompass
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Pflegeheim-Kosten: Was zahlt das Sozialamt wenn die Rente nicht reicht?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 24. Juli 2026 um 04:15

Wie hoch sind die Kosten für ein Pflegeheim, wenn die Rente nicht ausreicht?

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 4 Std.

Hallo, Pflegeheim-Kosten liegen 2026 realistisch bei 3.500 bis 5.500 € im Monat, je nach Bundesland und Einrichtung. Was du selbst zahlen musst, ist der sogenannte Eigenanteil — der Teil, den die Pflegekasse nicht übernimmt. Der Eigenanteil setzt sich zusammen aus: - einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) für die pflegerische Versorgung - Unterkunft und Verpflegung - Investitionskosten (Gebäude, Inventar) - eventuell Ausbildungsumlage Seit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (§ 43c SGB XI) gibt es einen gestaffelten Leistungszuschlag der Pflegekasse auf den EEE: - im 1. Jahr: 15 % - im 2. Jahr: 30 % - im 3. Jahr: 50 % - ab dem 4. Jahr: 75 % Der Zuschlag wächst also mit der Verweildauer. Trotzdem bleibt ein Eigenanteil von oft 2.500 bis 3.000 €/Monat, den viele Renten nicht decken. So läuft es, wenn die Rente nicht reicht: 1. Rente und eigenes Vermögen werden zuerst eingesetzt. Schonvermögen: 10.000 € pro Person (seit 2023 einheitlich, § 90 Abs. 2 Nr. 9 SGB XII). 2. Reicht das nicht, springt die Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII (§§ 61 ff.) ein — beantragt beim örtlichen Sozialamt. 3. Das Sozialamt prüft dann, ob Kinder unterhaltspflichtig sind. Seit dem Angehörigen-Entlastungsgesetz (2020) werden erwachsene Kinder erst ab einem eigenen Jahresbruttoeinkommen von über 100.000 € herangezogen. Unterhalb dieser Grenze: keine Beteiligung. 4. Der Ehepartner ist weiterhin einkommens- und vermögensrechtlich mit einbezogen, allerdings mit Selbstbehalten. Wichtig in der Praxis: Das Sozialamt kann Vermögensübertragungen der letzten 10 Jahre prüfen (Schenkungsrückforderung nach § 528 BGB). Verschenktes Haus vor 5 Jahren = kann teilweise zurückgefordert werden. Mein Tipp aus der Praxis: Vor dem Heim-Einzug schon mit dem Sozialamt sprechen, das spart später Nachforderungen. Und Heimverträge genau vergleichen — der EEE variiert stark, gleiche Region, gleicher Pflegegrad, oft 400 bis 600 € Differenz. Für die konkrete unterhaltsrechtliche Prüfung würde ich Tobias fragen. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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