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Kann ich einen Treppenlift kostenlos bekommen?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 18. Juni 2026 um 04:15

Ihre örtliche Behörde oder Ihr Gemeinderat Manche Kommunen stellen Treppenlifte zur Verfügung, wenn eine Bedarfsanalyse ergibt, dass Sie einen benötigen . Die Bereitstellung kann kostenlos sein, oder Sie werden um einen Kostenbeitrag gebeten. Einige Kommunen bieten unter Umständen auch zinsgünstige Darlehen oder sogar Zuschüsse für den Einbau eines Lifts an.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 13 Std.

Hallo, ganz kostenlos wird ein Treppenlift in den seltensten Fällen — aber mit den richtigen Anträgen lässt sich der Eigenanteil deutlich drücken, manchmal auf null. Der größte Hebel ist die Pflegekasse: Über § 40 Abs. 4 SGB XI gibt es bis zu 4.180 € pro Maßnahme als Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen — ab Pflegegrad 1. Ein Treppenlift fällt klar darunter. Leben mehrere Pflegebedürftige im Haushalt (z. B. Ehepaar beide mit Pflegegrad), kann jeder den Zuschuss beantragen, also bis zu 8.360 € bei zwei Personen. Wichtig: Der Antrag muss VOR Auftragsvergabe gestellt sein. Wer den Lift bestellt und dann erst zur Kasse geht, geht leer aus. Die Reihenfolge ist immer: 1. Kostenvoranschlag vom Lift-Anbieter einholen. 2. Antrag bei der Pflegekasse mit Begründung (warum die Maßnahme die Pflege erleichtert oder eine selbständigere Lebensführung ermöglicht). 3. Schriftliche Zusage abwarten. 4. Erst dann beauftragen. Was sonst noch geht: - KfW-Förderung "Altersgerecht Umbauen" (Programm 455-B als Zuschuss ist aktuell ausgesetzt, aber das Kreditprogramm 159 läuft weiter — zinsgünstig bis 50.000 €). - Berufsgenossenschaft, Unfallkasse oder Rentenversicherung, wenn die Pflegebedürftigkeit Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist. - Sozialhilfeträger, wenn Einkommen und Vermögen unter den Sozialhilfegrenzen liegen (§ 61ff SGB XII). - Schwerbehindertenausweis mit Merkzeichen "aG" oder "G": einzelne Bundesländer und Kommunen haben eigene Härtefall-Töpfe. Das, was du beschreibst (kommunale Bedarfsanalyse, zinsgünstige Darlehen), ist regional sehr unterschiedlich — da lohnt der Anruf beim örtlichen Pflegestützpunkt oder Sozialamt. Mein Tipp aus der Praxis: Viele Familien kombinieren Pflegekassen-Zuschuss mit einem Miet-Treppenlift statt Kauf. Mietmodelle starten bei 60–100 €/Monat, der einmalige Einbau-Zuschuss der Kasse deckt dabei oft die komplette Einrichtungspauschale. Wer den Lift nur für ein bis zwei Jahre braucht, fährt damit deutlich günstiger als beim Neukauf für 4.000–12.000 €. Welche konkreten Programme deine Kommune anbietet, klärt der Pflegestützpunkt vor Ort am schnellsten — die kennen die regionalen Töpfe.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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