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24-Stunden-Pflege oder Pflegeheim — was ist günstiger?

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Pflegekompass-LeserEingereichte Frage

Gefragt 28. Juli 2026 um 04:15

Google PAA: "Was ist billiger, Heim oder 24 Stunden Pflege?" Antwort-Snippet (nur Referenz, NICHT uebernehmen): Die Inflation betrifft auch Pflegehilfsmittel oder Pflegedienstleistungen. Die sog. 24-Stunden-Pflege ist eine recht kostengünstige Pflegeform. Im Vergleich zu den Pflegekosten im Heim sind die monatlichen Kosten für „24-Stunden-Pflege“ oft geringer.

1 Antwort

Daniel Lepper
Daniel LepperExperte

Pflegefachkraft außerklinische Intensivpflege

Geantwortet vor 2 Std.

Hallo, die Kostenfrage ist einer der häufigsten Punkte in der Beratung. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf den Pflegegrad, die Region und die Wohnsituation an. Aber die Größenordnungen lassen sich klar benennen. Pflegeheim (vollstationär) 2026: Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) liegt bundesweit im Schnitt bei rund 2.900 bis 3.400 € pro Monat — je nach Bundesland. Dazu kommen Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten (nochmal ca. 900 bis 1.200 €). Realistisch landet der Bewohner bei 2.500 bis 3.500 € Eigenanteil pro Monat, nach Abzug des Leistungszuschlags nach § 43c SGB XI. Der steigt mit der Verweildauer: 15 % im ersten Jahr, 30 % im zweiten, 50 % im dritten, 75 % ab dem vierten Jahr. 24-Stunden-Betreuung zu Hause (Entsendemodell): Seriöse Vermittlung mit A1-Bescheinigung, gesetzeskonformer Bezahlung und Mindestlohn (12,82 €/h): 2.500 bis 3.500 € pro Monat für eine Betreuungskraft. Dazu Kost und Logis im Haushalt, Zwei- bis Drei-Monats-Rhythmus mit Wechselkraft. Was oft übersehen wird: - Bei der 24-Stunden-Betreuung darf die Kraft rechtlich keine Behandlungspflege leisten (Medikamentengabe, Wundversorgung, Injektionen). Dafür brauchst du zusätzlich einen ambulanten Pflegedienst nach SGB V — das kostet extra. - Pflegegeld (bei PG 3: 599 €, bei PG 5: 990 €) kannst du in beiden Modellen einsetzen, im Heim entfällt es dagegen komplett. - Das Wohnumfeld muss passen: eigenes Zimmer für die Betreuungskraft, funktionierendes Bad, keine Treppenfallen. Wohnumfeld-Zuschuss nach § 40 Abs. 4 SGB XI (bis 4.180 €) hilft bei Umbauten. - Bereitschaftszeit ist Arbeitszeit (BAG-Urteil 2021). "Echte" 24 Stunden Abdeckung durch eine Person allein ist arbeitsrechtlich nicht möglich — seriöse Anbieter kalkulieren mit ca. 8 Stunden aktiver Betreuung pro Tag. Mein Tipp aus der Praxis: Rein rechnerisch liegt die 24-Stunden-Betreuung in vielen Fällen 500 bis 1.000 € unter dem Heimplatz. Aber die Rechnung stimmt nur, wenn die Behandlungspflege überschaubar ist und die Wohnung geeignet. Bei Pflegegrad 5 mit hohem medizinischem Aufwand kippt das Verhältnis oft — dann wird das Heim planbarer und im Zweifel günstiger. Diese Auskunft ersetzt keine individuelle Beratung im Einzelfall.
Examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger mit 15+ Jahren Erfahrung in der Intensiv- und häuslichen Pflege.Zum Profil
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