Für Rollstuhlfahrer gibt es drei Lösungen: den Plattformlift, der den Rollstuhl entlang der Treppe trägt, den Hublift, der wenige Stufen senkrecht überwindet, und den Treppensteiger, mit dem eine Begleitperson den Rollstuhl über die Stufen bringt. Die Pflegekasse kann für fest eingebaute Lifte bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen. Stand: 18.10.2026.
Ein Sitzlift hilft nur, wer sich sicher umsetzen kann. Wer im Rollstuhl sitzt, braucht eine Lösung, die den Rollstuhl mitnimmt, oder eine Kombination aus Lift und zweitem Rollstuhl. Welche Lösung passt, hängt von der Treppe, vom Platz und davon ab, ob Sie den Lift allein bedienen möchten. Den Überblick über alle Lifttypen gibt die Themenseite Treppenlift.
Welche Treppenlifte gibt es für Rollstuhlfahrer?
Für Rollstuhlfahrer kommen vor allem drei Bauarten in Frage, dazu als Sonderfall der Sitzlift mit Umsetzen. Die Normen dafür sind DIN EN 81-40 für Lifte, die schräg entlang der Treppe fahren, und DIN EN 81-41 für Plattformen, die senkrecht heben.
| Lösung | Wie sie funktioniert | Allein bedienbar | Norm |
|---|---|---|---|
| Plattformlift | Plattform fährt auf einer Schiene entlang der Treppe, der Rollstuhl steht darauf | ja | DIN EN 81-40 |
| Hublift | Plattform hebt senkrecht, etwa am Hauseingang oder an der Terrasse | ja | DIN EN 81-41 |
| Treppensteiger | tragbares Gerät, mit dem eine Begleitperson den Rollstuhl Stufe für Stufe bewegt | nein, Begleitperson nötig | eigene Hilfsmittelnorm |
| Sitzlift mit Umsetzen | Sie setzen sich vom Rollstuhl auf den Liftsitz, oben wartet ein zweiter Rollstuhl | nur bei sicherem Umsetzen | DIN EN 81-40 |
Quelle: Anwendungsbereiche nach DIN EN 81-40:2020-12 und DIN EN 81-41:2025-07 (DIN Media); Zusammenstellung der Redaktion. Stand: 18.10.2026.
Wann passt ein Plattformlift?
Ein Plattformlift passt, wenn Sie im Rollstuhl über eine ganze Treppe fahren müssen, etwa ins Obergeschoss oder in den Keller. Die Plattform wird oben und unten heruntergeklappt, Sie fahren mit dem Rollstuhl auf, Klappen oder Bügel sichern die Fahrt. Danach wird die Plattform wieder hochgeklappt.
Plattformlifte brauchen deutlich mehr Platz als Sitzlifte, das betont auch Stiftung Warentest. Vor allem oben und unten muss genug Fläche sein, um mit dem Rollstuhl auf- und abzufahren. In Mehrfamilienhäusern ist die Treppe zugleich Rettungsweg; welche Breite nach dem Einbau frei bleiben muss, regelt das Bauordnungsrecht des Landes. Ob Ihre Treppe geeignet ist, zeigt nur das Aufmaß.
Plattformlifte gibt es für innen und für außen. Außenanlagen brauchen eine wetterfeste Ausführung. Ob ein Bauantrag nötig ist, regeln die Länder unterschiedlich; nach Stiftung Warentest ist in einigen Fällen ein Antrag beim Bauamt nötig. Fragen Sie bei Ihrer Bauaufsicht nach, bevor Sie bestellen. Mehr zum Vergleich mit dem Sitzlift steht im Ratgeber Plattformlift oder Treppenlift, Bauarten und Platzbedarf im Ratgeber Plattformlifte.
Wann reicht ein Hublift?
Ein Hublift reicht, wenn nur wenige Stufen zu überwinden sind, zum Beispiel am Hauseingang, zur Terrasse oder zwischen zwei Ebenen im Haus. Die Plattform fährt senkrecht nach oben, ähnlich einer kleinen Hebebühne. Sie braucht eine feste Standfläche und einen Stromanschluss, außen oft ein Fundament.
Ein Hublift kann eine Alternative zur Rampe sein, wenn für eine Rampe mit flacher Neigung der Platz fehlt. Die Norm für solche Lifte ist DIN EN 81-41, deren aktuelle deutsche Ausgabe vom Juli 2025 stammt. Einzelheiten zu Einbau und Zuschuss stehen im Ratgeber Hublift.
Was leistet ein Treppensteiger für den Rollstuhl?
Ein Treppensteiger ist ein tragbares, elektrisch betriebenes Gerät, das ohne Umbau auskommt. Je nach Modell wird der Rollstuhl angekoppelt, oder Sie sitzen auf dem Gerät. Eine Begleitperson bedient es und muss dafür eingewiesen sein.
Treppensteiger sind sinnvoll, wenn ein fester Lift nicht eingebaut werden kann, etwa in einem Treppenhaus ohne Zustimmung der Eigentümer, oder wenn verschiedene Treppen überwunden werden müssen. Sie ersetzen aber nicht die Selbstständigkeit eines fest eingebauten Lifts. Bauarten und Grenzen beschreibt der Ratgeber Tragbarer Treppenlift ohne Installation.
Das Bundessozialgericht hat 2014 entschieden, dass eine Treppensteighilfe für einen pflegebedürftigen Rollstuhlfahrer ein Pflegehilfsmittel der Pflegekasse sein kann (B 3 KR 1/14 R); im Pflegehilfsmittelverzeichnis stehen Treppensteighilfen heute in der Produktuntergruppe 50.45.10. Die Krankenkasse ist dagegen nicht zuständig, wenn das Gerät nur wegen der Wohnsituation gebraucht wird (BSG, B 3 KR 13/09 R). Technische Pflegehilfsmittel überlässt die Pflegekasse vorrangig leihweise; ab 18 Jahren zahlen Sie 10 Prozent zu, höchstens 25 Euro (§ 40 Abs. 3 SGB XI).
Wer zahlt einen Treppenlift für den Rollstuhl?
Für fest eingebaute Lifte, also Plattformlift und Hublift, kann die Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro je Maßnahme gewähren, ab Pflegegrad 1 (§ 40 Abs. 4 SGB XI). Leben mehrere Pflegebedürftige in der Wohnung, gilt der Betrag je Person, insgesamt höchstens 16.720 Euro. Den Antrag stellen Sie mit dem Kostenvoranschlag vor der Bestellung.
Der Zuschuss der Pflegekasse ist nachrangig. Ist ein anderer Träger zuständig, zum Beispiel die gesetzliche Unfallversicherung nach einem Arbeitsunfall, geht dessen Leistung vor. Daneben kommt der KfW-Kredit 159 in Frage, der den Einbau von Treppenliften, Plattform- und Hubliften ausdrücklich fördert. Für denselben Teil des Umbaus, den die Pflegekasse bezuschusst, gilt er nicht, für andere Teile mit getrennter Rechnung schon (KfW-Merkblatt 159, Stand 10/2023).
Den Antrag bei der Pflegekasse erklärt der Ratgeber Treppenlift Zuschuss Pflegekasse. Unabhängige Preisspannen für Plattformlifte und Hublifte liegen uns nicht vor; wie Sie Angebote einordnen, steht im Ratgeber Treppenlift Kosten. Den Rollstuhl selbst bekommen Sie als Hilfsmittel der Krankenkasse; mehr auf der Themenseite Hilfsmittel.
Was gilt im Mietshaus und in der Eigentümergemeinschaft?
Als Mieterin oder Mieter brauchen Sie die Erlaubnis des Vermieters. Er muss bauliche Veränderungen erlauben, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen, außer sie sind ihm nicht zuzumuten (§ 554 BGB). Sie können sich dabei zu einer Sicherheitsleistung für den späteren Rückbau verpflichten.
In einer Eigentümergemeinschaft kann jede Eigentümerin und jeder Eigentümer angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die Menschen mit Behinderungen die Nutzung erleichtern (§ 20 Abs. 2 WEG). Über die Ausführung beschließt die Gemeinschaft. Die Kosten trägt, wer den Umbau verlangt hat (§ 21 Abs. 1 WEG).
Kann man einen Treppenlift für den Rollstuhl gebraucht kaufen?
Das ist selten sinnvoll. Plattformlifte werden stark an Treppe und Gebäude angepasst, und ein gebrauchtes Gerät passt nur, wenn Schiene und Plattform zu Ihrer Treppe passen. Bei Hubliften kommt es auf Hubhöhe, Plattformgröße und Fundament an. Wenn Sie es trotzdem prüfen, nutzen Sie die Prüfliste im Ratgeber Treppenlift gebraucht kaufen.
Wann passt keine dieser Lösungen?
- Sehr enge oder steile Treppe: Für einen Plattformlift fehlt der Platz, ein Treppensteiger kann an der Neigung scheitern.
- Keine Begleitperson: Dann kommt ein Treppensteiger nicht in Frage.
- Mehrere Etagen täglich: Ein Homelift, also ein kleiner Aufzug im Haus, kann auf Dauer die bessere Lösung sein, ist aber ein größerer Umbau.
- Umzug denkbar: Eine barrierefreie Wohnung im Erdgeschoss kann günstiger sein als ein aufwendiger Umbau.
Häufige Fragen
Welcher Treppenlift ist für den Rollstuhl geeignet?
Ein Plattformlift für ganze Treppen, ein Hublift für wenige Stufen. Ein Treppensteiger kommt in Frage, wenn eine Begleitperson da ist und kein fester Lift eingebaut werden kann.
Zahlt die Pflegekasse einen Plattformlift?
Ja, als wohnumfeldverbessernde Maßnahme mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme ab Pflegegrad 1, wenn der Antrag vor der Bestellung gestellt wird.
Brauche ich für einen Plattformlift außen eine Baugenehmigung?
Das hängt vom Bundesland und vom Gebäude ab. Fragen Sie vor der Bestellung bei der Bauaufsicht Ihrer Stadt oder Ihres Kreises nach.
Zahlt die Krankenkasse einen Treppensteiger?
In der Regel nicht, wenn er nur wegen der Treppe in der Wohnung gebraucht wird. Zuständig kann die Pflegekasse sein; ein Antrag bei der Krankenkasse wird nach § 40 Abs. 5 SGB XI für beide Kassen geprüft.
Zusammenfassung
Für Rollstuhlfahrer gibt es den Plattformlift für ganze Treppen, den Hublift für wenige Stufen und den Treppensteiger, den eine Begleitperson bedient. Plattformlift und Hublift kann die Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme bezuschussen, den Treppensteiger kann sie als Pflegehilfsmittel übernehmen. Platzbedarf, Fluchtweg und Baurecht klären Sie vor der Bestellung. In Mietshaus und Eigentümergemeinschaft haben Sie einen Anspruch auf Zustimmung, wenn der Umbau zumutbar ist.
Mehr zu allen Lifttypen finden Sie auf der Themenseite Treppenlift. Ob ein Plattformlift oder Hublift an Ihrer Treppe möglich ist, klären Sie über die Treppenlift-Beratung.
Quellen
- DIN EN 81-40:2020-12, Treppenschrägaufzüge und Plattformaufzüge mit geneigter Fahrbahn (DIN Media), abgerufen am 18.10.2026
- DIN EN 81-41:2025-07, Vertikale Plattformaufzüge für Personen mit eingeschränkter Mobilität (DIN Media), abgerufen am 18.10.2026
- Verbraucherzentrale: Treppenlifte, das müssen Sie über Planung und Umsetzung wissen (Stand 20.01.2026), abgerufen am 18.10.2026
- Stiftung Warentest: Treppenlifte, Lift statt Treppe (10.05.2022, geändert 10.01.2023), abgerufen am 18.10.2026
- § 40 SGB XI, abgerufen am 18.10.2026
- BSG, Urteil vom 16.07.2014, B 3 KR 1/14 R (Treppensteighilfe als Pflegehilfsmittel), Zusammenfassung sozialversicherung-kompetent.de (Sekundärquelle), abgerufen am 18.10.2026
- BSG, Urteil vom 07.10.2010, B 3 KR 13/09 R (keine Treppensteighilfe der Krankenkasse für wohnbedingten Bedarf), urteile-gesetze.de (Sekundärquelle), abgerufen am 18.10.2026
- Verbraucherzentrale: Treppensteighilfe, Krankenkassen lehnen Kostenübernahme häufig ab (Stand 27.03.2026; BSG B 3 KR 13/09 R und B 3 KR 1/14 R), abgerufen am 18.10.2026
- GKV-Spitzenverband, Pflegehilfsmittelverzeichnis Produktgruppe 50, Fortschreibung vom 03.12.2024 (Produktuntergruppe 50.45.10 Treppenfahrzeuge), abgerufen am 18.10.2026
- KfW: Altersgerecht Umbauen, Kredit 159, und Merkblatt 159 (Stand 10/2023), abgerufen am 18.10.2026
- § 554 BGB, abgerufen am 18.10.2026
- § 20 WEG, abgerufen am 18.10.2026
- § 21 WEG, Nutzungen und Kosten bei baulichen Veränderungen, abgerufen am 18.10.2026





