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Ratgeber

Pflege in Deutsch­land 2026: Die wich­tigsten Zahlen

Die wich­tigsten Kenn­zahlen zur Pflege in Deutsch­land, durch­ge­hend mit amtlichen Quellen belegt: wie viele Menschen pflege­bedürftig sind, wo sie versorgt werden, welche Pflege­grade über­wiegen und wie sich die Zahl entwi­ckelt.
Von der Pflege­kompass-Redaktion, geprüft von Tobias Grundmann, Experte für Pflege­recht
Aktu­a­li­siert am 21.05.2026, Lesezeit 12 Minuten
Datenvisualisierung zur Pflege in Deutschland 2026: Diagramme und Kennzahlen zur Pflegebedürftigkeit
Die wichtigsten Kennzahlen zur Pflege in Deutschland im Überblick (Quelle: Pflegekompass auf Basis von Destatis-Daten)Symbolbild, mit KI erstellt
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Pflege-Statistik Deutschland 2026
Vier zentrale Fragen, und die belegten Antworten dazu.
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Wie viele Menschen haben einen Pflegegrad?: Ende 2023 waren rund 5,69 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig.
Die amtliche Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts weist zum Stichtag 31. Dezember 2023 rund 5,69 Millionen Pflegebedürftige im Sinne des SGB XI aus. Das sind etwa 730.000 mehr als 2021, ein Anstieg von rund 15 Prozent innerhalb von zwei Jahren. Die Zahlen werden alle zwei Jahre erhoben; die nächste Erhebung betrifft das Jahr 2025.
Wo werden Menschen mit Pflegegrad versorgt?: Rund 86 Prozent werden zu Hause versorgt, etwa 14 Prozent vollstationär im Pflegeheim.
2023 wurden rund 4,9 Millionen Menschen mit Pflegegrad zu Hause versorgt (86 Prozent), rund 0,8 Millionen vollstationär im Pflegeheim (14 Prozent). Von den zu Hause Versorgten erhielten etwa 3,1 Millionen ausschließlich Pflegegeld, sie werden also überwiegend von Angehörigen gepflegt.
Wie sind die Pflegegrade verteilt?: Pflegegrad 2 ist mit gut 40 Prozent der häufigste Pflegegrad.
Nach Destatis-Daten für 2023 entfielen rund 40,4 Prozent auf Pflegegrad 2, etwa 29,6 Prozent auf Pflegegrad 3, rund 13,8 Prozent auf Pflegegrad 1, etwa 11,8 Prozent auf Pflegegrad 4 und rund 4,3 Prozent auf Pflegegrad 5.
Pflegegrad-Tabelle 2026 →
Wie entwickelt sich die Zahl?: Bis 2055 könnten es je nach Szenario 6,8 bis 7,6 Millionen Menschen mit Pflegegrad sein.
Die Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts geht von einem deutlichen Anstieg aus: Bei konstanten Pflegequoten könnten es bis 2055 rund 6,8 Millionen sein, bei steigenden Quoten bis 2027 rund 7,6 Millionen. Die genaue Zahl hängt von demografischer Entwicklung und Pflegequoten ab.

Kurzantwort: Ende 2023 waren in Deutschland rund 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig, etwa 15 Prozent mehr als 2021. Rund 86 Prozent werden zu Hause versorgt, etwa 14 Prozent vollstationär im Pflegeheim. Der häufigste Pflegegrad ist Pflegegrad 2 mit gut 40 Prozent. Bis 2055 könnte die Zahl je nach Szenario auf 6,8 bis 7,6 Millionen steigen. Quelle aller Kernzahlen: Statistisches Bundesamt (Destatis).

Kennzahlen-Überblick: Pflege in Deutschland (Stand 2023)

  • 5,69 Millionen Pflegebedürftige zum Stichtag 31. Dezember 2023 (Destatis).
  • +15 Prozent gegenüber 2021, rund 730.000 Personen mehr.
  • 86 Prozent zu Hause, 14 Prozent vollstationär im Pflegeheim.
  • Rund 3,1 Millionen erhalten nur Pflegegeld, überwiegend von Angehörigen gepflegt.
  • Pflegegrad 2 ist mit rund 40 Prozent der häufigste Pflegegrad.
  • Rund 78 Prozent der Menschen mit Pflegegrad sind 65 Jahre oder älter, rund 61 Prozent sind Frauen.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023. Stand der Erhebung: 31. Dezember 2023.

Wie viele Menschen haben in Deutschland einen Pflegegrad?

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren in Deutschland rund 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig im Sinne des SGB XI. Diese Zahl stammt aus der amtlichen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts, die alle zwei Jahre erhoben wird. Gegenüber der Erhebung von 2021 ist die Zahl um rund 730.000 Personen gestiegen, ein Plus von etwa 15 Prozent innerhalb von nur zwei Jahren.

Dieser starke Anstieg hat mehrere Ursachen: die demografische Alterung, eine höhere Inanspruchnahme von Leistungen und der weite Pflegebedürftigkeitsbegriff, der seit 2017 gilt. Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung über die Jahre:

JahrPflegebedürftige in Deutschland
1999rund 2,02 Millionen
2009rund 2,34 Millionen
2019rund 4,13 Millionen
2021rund 4,96 Millionen
2023rund 5,69 Millionen

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik (jeweiliger Stichtag zum Jahresende). Der Wert für 2025 wird voraussichtlich Ende 2026 veröffentlicht.

Wo werden Menschen mit Pflegegrad versorgt?

Die mit Abstand häufigste Versorgungsform ist die häusliche Pflege. 2023 wurden rund 4,9 Millionen Menschen mit Pflegegrad, etwa 86 Prozent, zu Hause versorgt. Nur rund 0,8 Millionen oder etwa 14 Prozent wurden vollstationär in Pflegeheimen versorgt.

Die häusliche Pflege lässt sich weiter aufschlüsseln:

  • Rund 3,1 Millionen erhielten ausschließlich Pflegegeld. Sie werden überwiegend von Angehörigen gepflegt, ohne regelmäßige Beteiligung eines ambulanten Pflegedienstes.
  • Rund 1,1 Millionen wurden zu Hause unter Beteiligung ambulanter Pflegedienste versorgt.
  • Rund 0,8 Millionen wurden vollstationär im Pflegeheim versorgt.

Bemerkenswert ist die Dynamik: Die Zahl der Menschen, die überwiegend von Angehörigen versorgt werden, ist gegenüber 2021 deutlich gestiegen, während die Zahl der vollstationär Versorgten nahezu unverändert blieb. Angehörige tragen damit den größten Teil der Pflege, ein Befund mit erheblicher Bedeutung für die Pflegepolitik. Welche Leistungen pflegende Angehörige konkret beanspruchen können, zeigt der Ratgeber Pflegegeld 2026.

Wie verteilen sich die Pflegegrade?

Seit 2017 gibt es fünf Pflegegrade, die den individuellen Hilfebedarf abbilden. Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung auf die Pflegegrade nach den Destatis-Daten für 2023:

PflegegradPflegebedürftige 2023Anteil
Pflegegrad 1rund 785.000rund 13,8 %
Pflegegrad 2rund 2,30 Millionenrund 40,4 %
Pflegegrad 3rund 1,68 Millionenrund 29,6 %
Pflegegrad 4rund 672.000rund 11,8 %
Pflegegrad 5rund 245.000rund 4,3 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pflegestatistik 2023. Anteile gerundet, daher Abweichung von 100 Prozent durch Rundung möglich.

Auffällig: Die mittleren Pflegegrade 2 und 3 machen zusammen rund 70 Prozent aller Fälle aus. Pflegegrad 5, der höchste Pflegegrad mit den schwersten Beeinträchtigungen, betrifft dagegen nur rund 4 Prozent. Wichtig zur Einordnung: Der Pflegegrad wird nicht über eine Diagnose vergeben, sondern über den individuellen Hilfebedarf, der in den sechs Modulen des Neuen Begutachtungsassessments (§ 14, § 15 SGB XI) bewertet wird. Wie diese Begutachtung abläuft, erklärt der Ratgeber NBA-Module und Pflegegrad, und welche Leistungen je Pflegegrad gelten, zeigt die Pflegegrad-Tabelle 2026.

Alter und Geschlecht der Menschen mit Pflegegrad

Pflegebedürftigkeit ist überwiegend ein Thema des höheren Lebensalters. Nach den Destatis-Daten für 2023 gilt:

  • Rund 78 Prozent der Menschen mit Pflegegrad sind 65 Jahre oder älter.
  • Etwa ein Drittel ist 85 Jahre oder älter.
  • Rund 61 Prozent sind Frauen.

Die Pflegequote, der Anteil der Menschen mit Pflegegrad an der jeweiligen Altersgruppe, steigt mit dem Alter stark an. Während in den jüngeren Altersgruppen nur ein kleiner Teil pflegebedürftig ist, ist es in den höchsten Altersgruppen die Mehrheit. Dass Frauen hier überwiegen, hängt auch mit ihrer höheren Lebenserwartung zusammen: Sie erreichen die Altersgruppen mit hoher Pflegequote häufiger.

Wie viele Menschen brauchen künftig Pflege?

Die Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts geht von einem deutlichen Anstieg aus. Sie rechnet zwei Szenarien durch, die sich in den unterstellten Pflegequoten unterscheiden:

JahrSzenario konstante PflegequotenSzenario steigende Quoten bis 2027
2021 (Ausgangswert)rund 5,0 Millionenrund 5,0 Millionen
2035rund 5,6 Millionenrund 6,3 Millionen
2055rund 6,8 Millionenrund 7,6 Millionen
2070rund 6,9 Millionenkeine Angabe

Quelle: Statistisches Bundesamt, Vorausberechnung der Zahl der Pflegebedürftigen, auf Basis der 15. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung. Werte gerundet.

Beide Szenarien zeigen denselben Trend: Die Zahl der Menschen mit Pflegebedarf steigt deutlich. Die tatsächliche Entwicklung hängt von der demografischen Alterung und davon ab, wie sich die Pflegequoten verändern. Sicher ist: Der Bedarf an pflegerischer Versorgung wird in den kommenden Jahrzehnten erheblich zunehmen, mit Folgen für Pflegekräfte, Angehörige und die Finanzierung der Pflegeversicherung.

Gibt es regionale Unterschiede?

Pflegebedürftigkeit ist regional unterschiedlich verteilt. Die Pflegequote, also der Anteil der Menschen mit Pflegegrad an der Bevölkerung, fällt in den Bundesländern verschieden aus. Wesentlicher Treiber ist die Altersstruktur: Regionen mit einem höheren Anteil älterer Menschen weisen tendenziell höhere Pflegequoten auf.

Tendenziell zeigen mehrere ostdeutsche Flächenländer höhere Pflegequoten, weil dort der Anteil älterer Menschen größer ist. Auch zwischen Stadt und Land bestehen Unterschiede, sowohl in der Pflegequote als auch in der Versorgungsstruktur, etwa bei der Dichte ambulanter Pflegedienste und stationärer Einrichtungen. Für konkrete Werte einzelner Bundesländer und Kreise bieten die regionalisierten Auswertungen von Destatis und der Krankenkassen die belastbarste Grundlage.

Bilden die Zahlen den tatsächlichen Bedarf ab?

Eine wichtige Einschränkung: Die amtliche Pflegestatistik erfasst Pflegebedürftige im Sinne des SGB XI, also Menschen mit einem anerkannten Pflegegrad. Wer pflegebedürftig ist, aber keinen Antrag gestellt hat, taucht in der Statistik nicht auf.

Gerade in der häuslichen Pflege gibt es eine Dunkelziffer: Manche Familien organisieren die Pflege über Jahre selbst, ohne Leistungen zu beantragen, aus Unkenntnis, aus Scham oder weil sie den Aufwand scheuen. Dadurch verzichten sie auf Ansprüche wie Pflegegeld, Pflegehilfsmittel und Entlastungsangebote, die ihnen zustünden. Wer unsicher ist, ob ein Pflegegrad in Frage kommt, kann das mit dem Pflegegrad-Rechner in wenigen Minuten einschätzen. Wie ein Antrag dann praktisch abläuft, beschreibt der Ratgeber MD-Begutachtung Dauer.

Welche Quellen sind verlässlich?

Für belastbare Zahlen zur Pflege in Deutschland gibt es drei zentrale Quellentypen:

  • Amtliche Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts: die zentrale Quelle, alle zwei Jahre erhoben, aktuell mit Stand 2023.
  • Vorausberechnungen des Statistischen Bundesamts: Projektionen zur künftigen Zahl der Menschen mit Pflegegrad.
  • Pflegereports der Krankenkassen: ergänzende Auswertungen zu Versorgung, Kosten und Entwicklung, etwa von Barmer, DAK oder Wissenschaftlichen Instituten der Kassen.

Vorsicht ist bei Zahlen geboten, deren Quelle und Stichtag nicht genannt sind. Pflegestatistiken verändern sich von Erhebung zu Erhebung deutlich, eine Zahl ohne Jahresangabe ist wenig aussagekräftig. Alle in diesem Artikel genannten Kernzahlen sind mit den unten verlinkten Quellen belegt und auf den Stand der Erhebung 2023 sowie die aktuellen Vorausberechnungen bezogen.

Häufige Fragen zur Pflege-Statistik

Wie viele Menschen haben in Deutschland einen Pflegegrad?

Zum Stichtag 31. Dezember 2023 waren es rund 5,69 Millionen Menschen, etwa 15 Prozent mehr als 2021. Die Zahl stammt aus der amtlichen Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts.

Wie viele Menschen werden zu Hause gepflegt?

Rund 4,9 Millionen oder etwa 86 Prozent werden zu Hause versorgt. Davon erhalten rund 3,1 Millionen nur Pflegegeld und werden überwiegend von Angehörigen gepflegt. Rund 0,8 Millionen werden vollstationär im Pflegeheim versorgt.

Welcher Pflegegrad ist am häufigsten?

Pflegegrad 2 mit rund 40 Prozent. Die mittleren Pflegegrade 2 und 3 machen zusammen rund 70 Prozent aus.

Wie viele Menschen brauchen künftig Pflege?

Die Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts erwartet je nach Szenario rund 5,6 bis 6,3 Millionen bis 2035 und rund 6,8 bis 7,6 Millionen bis 2055.

Woher stammen die Zahlen?

Zentrale Quelle ist die amtliche Pflegestatistik des Statistischen Bundesamts, ergänzt durch dessen Vorausberechnungen und die Pflegereports der Krankenkassen.

Zusammenfassung

Die Pflege in Deutschland ist in Zahlen klar umrissen: Ende 2023 waren rund 5,69 Millionen Menschen pflegebedürftig, 15 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Rund 86 Prozent werden zu Hause versorgt, davon ein großer Teil durch Angehörige. Der häufigste Pflegegrad ist Pflegegrad 2, und Pflegebedürftigkeit betrifft überwiegend Menschen über 65 Jahre.

Die Vorausberechnungen zeigen einen deutlichen Anstieg: Bis 2055 könnten es je nach Szenario 6,8 bis 7,6 Millionen Menschen mit Pflegegrad sein. Wichtig bleibt der Hinweis auf die Quellenlage, verlässliche Zahlen tragen immer eine Jahresangabe und stammen aus der amtlichen Statistik. Alle Kernzahlen dieses Artikels sind mit Destatis-Quellen belegt.

Quellen und Hinweise

Stand Mai 2026. Die genannten Kernzahlen beziehen sich auf die amtliche Pflegestatistik 2023 des Statistischen Bundesamts sowie dessen Vorausberechnungen; sie wurden im Mai 2026 recherchiert und geprüft. Werte sind teilweise gerundet. Die nächste amtliche Pflegestatistik betrifft das Jahr 2025. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder rechtliche Beratung.

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