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Ratgeber Demenz

Alzheimer Test­fragen: Welche Aufgaben in Gedächt­nis­tests vorkommen

Von der Pflege­kompass-Redaktion
Aktu­a­li­siert am 18.10.2026

Alzheimer-Testfragen prüfen Orientierung, Merkfähigkeit, Rechnen, Sprache und räumliches Denken, etwa mit der Frage nach dem heutigen Datum, dem Merken einer Wortliste oder dem Zeichnen einer Uhr. Im Mini-Mental-Status-Test gibt es höchstens 30, im DemTect höchstens 18 Punkte. Die Auswertung gehört in ärztliche Hand; ein Selbsttest ersetzt keine Abklärung (Stand 18.10.2026).

Wer sich Sorgen um einen Angehörigen macht, sucht oft nach den Fragen, die beim Arzt gestellt werden. Das ist verständlich: Man möchte wissen, was auf die Mutter oder den Vater zukommt. Dieser Ratgeber zeigt, welche Arten von Aufgaben in gängigen Tests vorkommen und warum Sie sie besser nicht zu Hause abfragen. Einen Überblick über das Thema gibt die Seite Demenz.

Welche Fähigkeiten prüfen Alzheimer-Testfragen?

Die Fragen prüfen in kurzer Zeit mehrere geistige Fähigkeiten, die bei einer beginnenden Demenz oft nachlassen. Die folgende Übersicht nennt typische Aufgabenarten aus dem Mini-Mental-Status-Test (MMST), dem DemTect und dem Uhrentest. Es sind Beispiele für die Art der Aufgabe, keine Originalfragen.

BereichBeispiel für die Art der AufgabeWas sie prüftTest
Zeitliche OrientierungNach Jahr, Jahreszeit, Monat, Wochentag und Datum fragenZurechtfinden in der ZeitMMST
Örtliche OrientierungNach Ort, Stadt oder Stockwerk fragenZurechtfinden im RaumMMST
MerkenEinige Begriffe oder eine Wortliste nachsprechen lassenAufnehmen neuer InformationenMMST, DemTect
Aufmerksamkeit und RechnenVon einer Zahl fortlaufend den gleichen Betrag abziehen; Zahlenfolgen rückwärts wiederholenKonzentration, ArbeitsgedächtnisMMST, DemTect
Zahlen umwandelnZiffern als Wort schreiben und umgekehrtUmgang mit Zahlen und SchriftDemTect
WortflüssigkeitIn einer Minute möglichst viele Dinge nennen, die man im Supermarkt kaufen kannAbruf von Wörtern, TempoDemTect
Späteres ErinnernDie Begriffe vom Anfang nach einigen Minuten erneut nennenBehalten über kurze ZeitMMST, DemTect
SpracheGegenstände benennen, einen Satz nachsprechen, einen Satz schreiben, eine schriftliche Aufforderung befolgenVerstehen und AusdrückenMMST
Räumliches Denken und PlanenEine Figur abzeichnen; ein Zifferblatt zeichnen und eine Uhrzeit eintragenPlanung, räumliches VorstellungsvermögenMMST, Uhrentest

Quelle: Folstein et al. 1975 (MMST); Kalbe et al. 2004 (DemTect); Leitlinie Demenz für Patient*innen und Angehörige, April 2026, Glossar (Uhrentest). Stand: 18.10.2026.

Die bekannte "Supermarkt-Aufgabe" ist also Teil des DemTect und prüft, wie schnell und flüssig jemand Wörter aus einem Bereich abrufen kann. Was dabei als auffällig gilt, bewertet die Fachkraft anhand fester Regeln.

Wie sind MMST, DemTect und Uhrentest aufgebaut?

Alle drei sind Kurztests, die eine geschulte Fachkraft in der Praxis durchführt; nach gesundheitsinformation.de dauern solche Tests meist etwa 15 Minuten. Sie folgen festen Regeln, damit die Ergebnisse vergleichbar sind.

Der Mini-Mental-Status-Test besteht aus Fragen zur Orientierung, Merk- und Rechenaufgaben, Sprachaufgaben und einer Zeichenaufgabe; höchstens gibt es 30 Punkte. Der DemTect besteht aus fünf Aufgaben: Wortliste, Zahlen umwandeln, Supermarkt-Aufgabe, Zahlenfolge rückwärts und erneutes Abfragen der Wortliste. Sein Ergebnis wird nach Alter und Schulbildung umgerechnet, höchstens sind es 18 Punkte. Beim Uhrentest soll die Person ein Zifferblatt zeichnen und eine bestimmte Uhrzeit eintragen.

Wie viele Punkte als auffällig gelten, hängt vom Test, vom Alter und von der Schulbildung ab. Die Einordnung übernimmt die Ärztin oder der Arzt, zusammen mit Gespräch, Untersuchung und weiteren Befunden.

Warum eignen sich die Testfragen nicht zum Selbsttest?

Die Fragen wirken einfach, aber ihr Ergebnis lässt sich ohne Fachwissen nicht sinnvoll deuten. Ein Kurztest ist nur ein Baustein; die Diagnose entsteht erst aus Gespräch, Untersuchung, ausführlicher Testung, Blutwerten und Bildgebung.

Dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Die Bedingungen fehlen: In der Praxis werden Wortlaut, Reihenfolge, Zeitvorgaben und Bewertung genau eingehalten. Zu Hause gelingt das kaum.
  • Andere Ursachen bleiben unentdeckt: Schlechtes Hören oder Sehen, Aufregung, Müdigkeit, eine Depression oder Medikamente verändern das Ergebnis.
  • Übung verfälscht spätere Tests: Wer die Aufgaben vorher kennt, schneidet besser ab. Dann ist ein echter Test in der Praxis weniger aussagekräftig.
  • Falsche Sicherheit oder unnötige Angst: Ein gutes Ergebnis kann eine beginnende Demenz übersehen, ein schlechtes kann andere, behandelbare Ursachen haben.
  • Die Würde zählt: Abfragen am Küchentisch können beschämen und das Vertrauen belasten. Nach der Leitlinie wird ein Test nur mit Zustimmung der Person gemacht.

Die S3-Leitlinie Demenzen rät außerdem davon ab, Gedächtnistests ohne Beschwerden oder Hinweise auf eine Störung durchzuführen. Und sie empfiehlt bei begründetem Verdacht eine ausführliche Untersuchung, auch wenn ein erster Kurztest unauffällig war.

Was Angehörige stattdessen beobachten können

Statt Fragen zu stellen, hilft es mehr, den Alltag aufmerksam zu beobachten und das aufzuschreiben. Ihre Beobachtungen sind für die Ärztin oder den Arzt oft wertvoller als jeder Kurztest zu Hause. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft nennt elf Warnsignale; diese Liste können Sie als Beobachtungsbogen nutzen:

  1. Gedächtnisstörungen
  2. Verlegen von Dingen
  3. Schwierigkeiten mit alltäglichen Aufgaben
  4. Probleme, den Überblick zu behalten
  5. Fehlende Worte im Gespräch
  6. Gesprächen nicht mehr folgen können
  7. Fehlende Orientierung zur Zeit und an fremden Orten
  8. Probleme mit der räumlichen Wahrnehmung
  9. Schlechtes oder vermindertes Urteilsvermögen
  10. Rückzug von der Arbeit oder sozialen Aktivitäten
  11. Veränderungen der Stimmung oder des Verhaltens

Notieren Sie zu jedem Punkt, seit wann, wie oft und in welcher Situation es auftritt, möglichst mit einem konkreten Beispiel. Treffen mehrere Warnsignale zu, empfiehlt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft ein Gespräch in der Arztpraxis. Mehr zu den ersten Zeichen erklärt der Ratgeber Demenz: Anzeichen und Früherkennung; ob es Unterschiede bei Frauen gibt, der Ratgeber Anzeichen von Demenz bei Frauen.

Wie sprechen Sie einen Arztbesuch an?

Am besten behutsam, ohne Druck und ohne das Wort "Test" in den Vordergrund zu stellen. Viele Betroffene spüren selbst, dass etwas nicht stimmt, und reagieren mit Scham oder Abwehr, wenn sie darauf angesprochen werden.

Hilfreich sind Sätze aus Ihrer Sicht, etwa "Ich mache mir Sorgen, weil du in letzter Zeit oft müde und durcheinander wirkst". Oft gelingt der Einstieg über einen ohnehin anstehenden Termin in der Hausarztpraxis, die Sie vorab über Ihre Beobachtungen informieren können. Wie solche Gespräche gelingen, beschreibt der Ratgeber Gespräch: Du brauchst Hilfe. Weitere Tipps gibt der Ratgeber Kommunikation mit Demenzkranken.

Ein Beispiel: Eine Tochter findet im Internet einen Fragebogen und fragt ihre Mutter am Telefon das Datum und einige Begriffe ab. Die Mutter antwortet richtig, ist danach aber gekränkt und will über das Thema nicht mehr sprechen. Beim nächsten Besuch schreibt die Tochter stattdessen auf, was ihr im Alltag auffällt: unbezahlte Rechnungen, ein angebranntes Essen, wiederholte Fragen. Mit diesen Notizen begleitet sie die Mutter zum Routinetermin, und die Hausärztin bietet von sich aus eine Abklärung an.

Wie geht es nach einem Test in der Praxis weiter?

Ist der Kurztest auffällig oder bleibt der Verdacht bestehen, folgt eine ausführliche Abklärung. Dazu gehören eine längere neuropsychologische Testung, Blutuntersuchungen, um behandelbare Ursachen zu erkennen, und eine Bildgebung des Gehirns, meist eine Magnetresonanztomographie (MRT). Oft geschieht das in einer Facharztpraxis oder Gedächtnisambulanz. Den Ablauf im Einzelnen beschreibt der Ratgeber Demenz-Test beim Arzt.

Auch ein unauffälliger Kurztest ist keine endgültige Entwarnung, wenn im Alltag weiter Probleme auftreten. Sprechen Sie das offen an und fragen Sie nach einer Überweisung. Ob hinter der Vergesslichkeit eine Depression steckt, erklärt der Ratgeber Pseudodemenz oder Demenz. Beratung zu Hilfen vor Ort bieten die Pflegestützpunkte und das Alzheimer-Telefon unter 030 259 37 95 14.

Wann Testfragen in die Irre führen

Testfragen messen eine Momentaufnahme. Das Ergebnis hängt auch von der Schulbildung ab; beim DemTect wird es deshalb nach Alter und Schulbildung umgerechnet. Wer schlecht sieht oder hört, kann schlechter abschneiden, ohne dement zu sein. Umgekehrt schließt ein gutes Ergebnis eine beginnende Demenz nicht aus; deshalb empfiehlt die Leitlinie bei begründetem Verdacht eine ausführliche Untersuchung.

Auch Tagesform, Schmerzen, Schlafmangel oder ein Infekt beeinflussen das Ergebnis. Bei plötzlich einsetzender Verwirrtheit ist kein Test gefragt: Lassen Sie das umgehend ärztlich abklären, denn dahinter kann ein akuter Verwirrtheitszustand (Delir) stehen. Ist die Person kaum ansprechbar oder wirkt sie akut gefährdet, rufen Sie die 112.

Häufige Fragen

Was ist die bekannteste Alzheimer-Testfrage?
Sehr bekannt sind die Fragen nach dem heutigen Datum und der Uhrentest, bei dem ein Zifferblatt mit einer vorgegebenen Uhrzeit gezeichnet wird. Beide sind nur Bausteine einer Untersuchung.

Kann ich die Fragen zu Hause stellen?
Davon raten wir ab. Das Ergebnis lässt sich ohne Fachwissen nicht deuten, und Übung verfälscht spätere Tests. Beobachten und notieren hilft mehr.

Wie viele Punkte sind normal?
Das hängt vom Test, vom Alter und von der Schulbildung ab. Die Einordnung übernimmt die Ärztin oder der Arzt zusammen mit den übrigen Befunden.

Was ist der Supermarkt-Test?
Eine Aufgabe aus dem DemTect: In einer Minute sollen möglichst viele Dinge genannt werden, die man im Supermarkt kaufen kann. Sie prüft, wie flüssig Wörter abgerufen werden.

Zusammenfassung

Alzheimer-Testfragen prüfen Orientierung, Merken, Rechnen, Sprache und räumliches Denken, etwa mit Datumsfragen, Wortlisten, der Supermarkt-Aufgabe oder dem Uhrentest. Sie sind Teil einer ärztlichen Untersuchung und eignen sich nicht zum Selbsttest. Angehörige helfen am meisten, wenn sie Veränderungen im Alltag aufschreiben und einen Arztbesuch behutsam anstoßen.

Was bei der Krankheit selbst geschieht, erklärt der Ratgeber Alzheimer; mehr zum Thema finden Sie auf der Seite Demenz.

Quellen

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