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Ratgeber Selbst­für­sorge

Krisen­dienste im Alter 2026: Hilfe bei Alters­de­pres­sion

In einer akuten Krise erreichen Sie die Tele­fon­seel­sorge rund um die Uhr unter 0800 111 0 111, bei Lebens­ge­fahr den Notruf 112. Hier finden Sie alle wichtigen Krisen­dienste mit Telefon, Zeiten, Ziel­gruppen und Kosten.
Von der Pflege­kompass-Redaktion, geprüft von Maria, Fach­ärztin für Alters­me­dizin
Aktu­a­li­siert am 13.05.2026, Lesezeit 12 Minuten
Schreibtisch mit altem Telefon, Notizblock und Tasse Tee: Symbolbild für den ersten Anruf bei einem Krisendienst
Der erste Schritt: anrufen. Krisendienste in Deutschland sind für Anrufende ohne Gebühr und meist anonym (Quelle: Pflegekompass)Symbolbild, mit KI erstellt
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Akute Krise: wer hilft jetzt?: Telefonseelsorge 0800 111 0 111, 24 Stunden, ohne Gebühr, anonym.
Bei akuter Krise (Suizidgedanken, akute Verzweiflung): direkt die Telefonseelsorge anrufen, 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (beide ohne Gebühr, rund um die Uhr, auch mit Handy). Auch Online- und Chat-Beratung über telefonseelsorge.de. Bei akuter Lebensgefahr: 112 (Rettungsdienst). Betroffene nicht allein lassen.
Telefonseelsorge →
Depression: wer berät zur Therapie?: Info-Telefon Depression der Stiftung DDH: 0800 33 44 533.
Für Beratung zu Diagnose, Therapie und Hilfsangeboten: Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe (Mo/Di/Do 13 bis 17 Uhr, Mi/Fr 8.30 bis 12.30 Uhr). Erste Anlaufstelle für die hausärztliche Versorgung: Hausarzt. Für ambulante Psychotherapie: Terminservicestelle der KV (116 117), speziell für Akut-Psychotherapie.
Info-Telefon Details →
Anhaltende Krise: wer kommt nach Hause?: Sozialpsychiatrische Dienste der Gesundheitsämter, Hausbesuche möglich.
Bei chronischer psychischer Erkrankung mit Versorgungsproblem: Sozialpsychiatrischer Dienst (SpDi) im jeweiligen Gesundheitsamt. Bietet Beratung ohne Gebühr, Hausbesuche, Vermittlung in Behandlung. Bei akut-stationärer Notwendigkeit: psychiatrischer Krisendienst (länderspezifisch). Kontakt: Gesundheitsamt oder städtisches Bürgertelefon 115.
Sozialpsychiatrische Dienste →
Angehörige Hilfe: wo bekomme ich Unterstützung?: Angehörigenberatung über Telefonseelsorge, Selbsthilfe-Gruppen und Caritas/Diakonie.
Angehörige sind oft selbst stark belastet. Telefonseelsorge ist auch für Angehörige da. Selbsthilfeverbände wie BApK (Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen) bieten regionale Gruppen und Beratung. Caritas/Diakonie/AWO bieten Beratungsstellen ohne Gebühr, mit Hausbesuch.
Pflegebedarf und Depression: wer hilft?: Pflegestützpunkte + Pflegeberatung + Hausarzt im Verbund.
Bei Depression und Pflegebedarf: Pflegestützpunkt (Beratung ohne Gebühr nach § 7c SGB XI), Pflegeberatung der Pflegekasse, ambulanter psychiatrischer Pflegedienst (APP). Geprüfte Pflegeberater unterstützen beim Pflegegrad-Antrag. Für Familien ist unsere Beratung ohne Kosten.
Pflegeberatung starten →

Kurzantwort: Deutschland hat ein gestaffeltes System aus Krisendiensten. Welcher passt, hängt von der Situation ab.

  • Akute Krise (24h): Telefonseelsorge 0800 111 0 111, ohne Gebühr, anonym.
  • Beratung bei Depression: Info-Telefon Depression 0800 33 44 533 (Stiftung DDH).
  • Hausbesuch nötig: Sozialpsychiatrischer Dienst beim Gesundheitsamt.
  • Akute Lebensgefahr: 112 (Rettungsdienst) oder psychiatrische Notaufnahme.
  • Pflegebedarf und Depression: Pflegestützpunkt, Pflegeberatung, ambulanter psychiatrischer Pflegedienst.

Hotline-Verzeichnis im Überblick

Die folgende Tabelle listet alle wichtigen Krisendienste mit Telefonnummer, Zeiten, Zielgruppe und Kosten. Alle in der Tabelle genannten Dienste sind für Anrufende ohne Gebühr.

KrisendienstTelefonZeitenZielgruppeAnonym
Telefonseelsorge0800 111 0 111 / 0800 111 0 22224h, 365 TageJeder in KriseJa
Info-Telefon Depression0800 33 44 533Mo/Di/Do 13 bis 17 Uhr, Mi/Fr 8.30 bis 12.30 UhrDepression, BeratungJa
Silbernetz0800 4 70 80 90Täglich 8 bis 22 UhrÄltere, einsame MenschenJa
Elterntelefon (Nummer gegen Kummer)0800 111 0 550Mo-Fr 9 bis 11 Uhr UND Di+Do 17 bis 19 UhrElternJa
Sucht- und Drogen-Hotline (BzgA)01806 313 031Mo-Do 10 bis 22 Uhr, Fr-So 10 bis 18 UhrSucht (auch im Alter), kostenpflichtig (0,20 €/Anruf aus Festnetz, max. 0,60 €/Min Mobilfunk)Nein
Pflegetelefon BMFSFJ030 20 17 91 31Mo-Do 9 bis 18 Uhr, Fr 9 bis 12 UhrPflegende AngehörigeJa
116 117 (KV-Bereitschaft)116 11724hÄrztliche BereitschaftNein
Rettungsdienst11224hAkute LebensgefahrNein

Telefonseelsorge: die erste Adresse

Die Telefonseelsorge ist seit über 60 Jahren die bundesweite Anlaufstelle für Menschen in Lebenskrisen. Getragen wird sie ökumenisch von evangelischer und katholischer Kirche, finanziert aus Kirchensteuern und Spenden. Anrufende zahlen nichts.

Was wird geboten

  • 24-Stunden-Erreichbarkeit: 365 Tage im Jahr, auch an Feiertagen.
  • Ohne Gebühr: Auch über Mobilfunk.
  • Anonym: Keinerlei Daten erforderlich. Keine Rückrufmöglichkeit, keine Aktenbildung.
  • Vertraulich: Strenge Schweigepflicht.
  • Mehrsprachig: Mehrere Stellen bieten fremdsprachige Beratung (Englisch, Türkisch, Russisch, über die Webseite suchbar).
  • Auch online: Mail- und Chat-Beratung über telefonseelsorge.de.

Wer beraten wird

Jeder. Es gibt keine Auswahlkriterien. Auch ältere Menschen, Pflegende, Angehörige nach Suizid (Hinterbliebene) finden hier ein offenes Ohr. Geschulte ehrenamtliche und hauptamtliche Beraterinnen und Berater hören zu, helfen sortieren, geben Hinweise auf weitere Hilfsangebote, aber zwingen nichts auf.

Info-Telefon Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe ist die zentrale gemeinnützige Stiftung in Deutschland, die sich der Aufklärung über und der Verbesserung der Versorgung bei Depression widmet. Ihr Info-Telefon richtet sich an Betroffene und Angehörige.

Was wird geboten

  • Beratung zu Diagnose und Behandlung der Depression.
  • Vermittlung in regionale Hilfsangebote.
  • Information zu Selbsthilfegruppen.
  • Auskünfte für Angehörige.
  • Keine Akutkrise-Beratung, dafür Telefonseelsorge.

Erreichbarkeit

Telefon 0800 33 44 533, Mo/Di/Do 13 bis 17 Uhr, Mi/Fr 8.30 bis 12.30 Uhr. Ohne Gebühr. Webseite: deutsche-depressionshilfe.de.

Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi)

Die Sozialpsychiatrischen Dienste sind kommunale Einrichtungen, die bei den Gesundheitsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte angesiedelt sind. Sie sind eine besonders wichtige Adresse für ältere Menschen, weil sie Hausbesuche anbieten.

Was wird geboten

  • Beratung ohne Gebühr für Menschen mit psychischen Erkrankungen und ihre Angehörigen.
  • Hausbesuche bei nicht mobilen oder versorgungsproblematischen Patienten.
  • Vermittlung in stationäre Behandlung, ambulante Psychiatrie, sozialpsychiatrische Hilfen.
  • Krisenintervention vor Ort.
  • Bei akuter Eigen- oder Fremdgefährdung: ggf. Einleitung einer Unterbringung nach PsychKG/UBG (länderspezifisch).

Erreichbarkeit

Über das jeweilige Gesundheitsamt der Stadt oder des Landkreises. Nummer über das Bürgertelefon 115 erfragen: bundesweit einheitliche Servicenummer der Verwaltung. Werktags erreichbar, oft 8 bis 15 Uhr; Wartezeiten möglich.

Krisendienste der Bundesländer

Mehrere Bundesländer haben eigene Krisendienste aufgebaut, die teilweise auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar sind und mobile Einsätze fahren. Auswahl:

BundeslandKrisendienstTelefonZeiten
BayernKrisendienste Bayern0800 655 300024h
BerlinBerliner Krisendienst030 39063-00 bis -90 (regional)Täglich 16 bis 24 Uhr, Mittwoch und Samstag 8 bis 24 Uhr
HamburgSozialpsychiatrischer KrisendienstBezirksamt-VermittlungWerktags + Wochenenddienste
NRW (Köln, Bonn, Essen u. a.)Krisendienste in GroßstädtenStadt-spezifischOft 24h
NiedersachsenSozialpsychiatrische VerbündeLandkreis-spezifischWerktags

Eine vollständige Liste pflegt die Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die regionale Anlaufstelle findet sich am schnellsten über die Webseite oder das Info-Telefon.

Spezielle Anlaufstellen für ältere Menschen

Silbernetz

Speziell für ältere, einsame Menschen eingerichtet. Telefon 0800 4 70 80 90, täglich 8 bis 22 Uhr. Ohne Gebühr. Hauptthema: Einsamkeit. Bei depressiver Erkrankung wird zur Behandlung weitervermittelt.

Caritas, Diakonie, AWO, Paritätischer

Die Wohlfahrtsverbände unterhalten bundesweit Beratungsstellen ohne Gebühr, oft mit Hausbesuch. Für ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders relevant:

  • Caritas: caritas.de, Beratungsstellensuche
  • Diakonie: diakonie.de, Beratungsangebote
  • AWO: awo.org: Beratung und Pflege
  • Paritätischer: der-paritaetische.de

Pflegestützpunkte und Pflegeberatung

Nach § 7a SGB XI haben Menschen mit Pflegebedarf und ihre Angehörigen Anspruch auf Pflegeberatung durch die Pflegekasse, die auch die Kosten trägt. Daneben gibt es bundesweit Pflegestützpunkte (gemeinsame Stellen von Pflegekassen, Sozialhilfeträgern und Kommunen). Sie beraten zu Pflegegrad, Leistungen, Vermittlung in ambulante Versorgung, auch bei psychischen Erkrankungen wichtig. Mehr Details: Pflegegrad-Tabelle 2026.

Ambulanter psychiatrischer Pflegedienst (APP)

Vom Hausarzt verordnungsfähig (§ 37 Abs. 2 SGB V). Geschulte Pflegekräfte besuchen Patienten zu Hause, koordinieren Medikamenten-Compliance, begleiten zu Arztterminen, schulen Angehörige. Bei chronisch psychisch erkrankten älteren Menschen wichtig, auch zur Sicherung der ambulanten Versorgung.

Bei akuter Lebensgefahr: was tun?

Wenn ein älterer Mensch akute Suizidgedanken äußert oder ein konkretes Suizidvorhaben offenbart: 112 rufen. Der Rettungsdienst kommt zum Notfallort. Bei nicht akuter Suizidalität, aber schwerer Krise: psychiatrische Notaufnahme der nächsten Klinik direkt aufsuchen.

Wichtige Hinweise:

  • Betroffene Person nicht allein lassen.
  • Mittel der Selbstgefährdung (Medikamente, Waffen) aus dem Zugriff nehmen, wenn möglich.
  • Ruhig bleiben. Keine Diskussion über „den Sinn des Lebens“.
  • Nähere Informationen zur Krisenkommunikation im Spezial-Ratgeber Suizid im Alter 2026.

„Bei Altersdepression scheitert Hilfe oft am ersten Anruf. Dabei sind die wichtigsten Nummern ohne Gebühr und 24 Stunden erreichbar. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Anruf ‚angemessen‘ ist: Telefonseelsorge ist genau dafür da, auch für alle, die nur sortieren wollen, was los ist.“

Maria, Fachärztin für Altersmedizin (Pflegekompass-Redaktion)

Hilfe für Angehörige

Angehörige psychisch erkrankter älterer Menschen tragen häufig eine doppelte Last: die Sorge um den Erkrankten und die eigene Belastung durch Pflege und Verantwortung. Anlaufstellen:

  • BApK (Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen): regionale Selbsthilfegruppen, Beratung, Schulungen. Webseite: bapk.de.
  • NaKoS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen): nakos.de.
  • Pflegekurse der Pflegekassen (nach § 45 SGB XI, die Pflegekasse trägt die Kosten), auch zu psychischen Erkrankungen.
  • AGUS e. V. Angehörige um Suizid: Selbsthilfeverband für Hinterbliebene nach Suizid. agus-selbsthilfe.de.
  • Vertiefung im Spezial-Ratgeber Pflegende Angehörige, Depression und Burnout.

Häufige Fragen zu Krisendiensten

Welche Hotline ist 24 Stunden erreichbar?

Telefonseelsorge (0800 111 0 111 / 0800 111 0 222), Krisendienste Bayern (0800 655 3000), KV-Bereitschaft (116 117), Rettungsdienst (112).

Was kostet eine Krisenberatung?

Alle in diesem Ratgeber genannten Krisendienste sind für Anrufende ohne Gebühr. Auch Sozialpsychiatrische Dienste, Pflegestützpunkte und psychiatrische Notaufnahmen.

Gibt es Hilfe speziell für ältere Menschen?

Ja: Silbernetz (0800 4 70 80 90, täglich 8 bis 22 Uhr), Caritas/Diakonie/AWO-Beratung für ältere Menschen, Pflegestützpunkte, Sozialpsychiatrische Dienste mit Hausbesuchen.

Wer hilft, wenn ein Angehöriger Hilfe verweigert?

Hausarzt (Hausbesuch möglich), Sozialpsychiatrischer Dienst (Hausbesuch ohne Gebühr), Telefonseelsorge (auch für Angehörige). Bei akuter Eigengefährdung: Unterbringung nach PsychKG/UBG, Ultima Ratio über 112.

Sind die Beratungen anonym?

Telefonseelsorge: vollständig anonym, keine Speicherung. Info-Telefon Depression: anonym möglich. Sozialpsychiatrische Dienste: Akte, aber Schweigepflicht. Hausarzt: Schweigepflicht, aber Akte.

Welche Krisendienste machen Hausbesuche?

Sozialpsychiatrische Dienste (Gesundheitsamt), psychiatrische Krisendienste der Bundesländer (z. B. Bayern, Berlin, NRW), ambulante psychiatrische Pflegedienste (per Hausarzt- Verordnung), Rettungsdienst (112) bei akuten Notfällen.

Wo finde ich regionale Angebote?

Stiftung Deutsche Depressionshilfe pflegt eine Datenbank: deutsche-depressionshilfe.de. Daneben: Bürgertelefon 115 (bundesweite Verwaltungs-Servicenummer), Webseiten der Gesundheitsämter und der Wohlfahrtsverbände (Caritas, Diakonie, AWO).

Zusammenfassung

Deutschland hat ein dichtes Netz an Krisendiensten, das Problem ist meist nicht die Existenz, sondern die Bekanntheit. Telefonseelsorge (0800 111 0 111) ist 24 Stunden ohne Gebühr erreichbar, für jede Lebenskrise, ohne Auswahlkriterium. Das Info-Telefon Depression (0800 33 44 533) berät zu Behandlung. Bei Hausbesuch-Bedarf: Sozialpsychiatrischer Dienst des Gesundheitsamts. Bei akuter Lebensgefahr: 112.

Für ältere Menschen besonders relevant: Silbernetz, Pflegestützpunkte, ambulanter psychiatrischer Pflegedienst. Für Angehörige: BApK, AGUS, Pflegekurse der Kassen.

Wer unsicher ist, ob ein Anruf „angemessen“ ist: Telefonseelsorge ist genau dafür da, auch fürs Sortieren.

Weiterführend: Altersdepression Zahlen 2026, Suizid im Alter 2026, Depression bei Pflegebedarf, Frühwarnzeichen für Angehörige, Pflegende Angehörige, Depression, Tipps für Angehörige.

Quellen und Hinweise

Stand: Mai 2026. Telefonnummern, Zeiten und Zuständigkeiten können sich kurzfristig ändern. Bitte bei Bedarf über die Webseiten oder das Bürgertelefon 115 verifizieren. Bei akuter Lebensgefahr immer 112, der Rettungsdienst kommt zu jedem Notfall, auch bei psychischen Krisen. Dieser Artikel ist eine Übersicht und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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